Symbolbild: Ein Mann mit Blindenstock und Blindenzeichen (Foto: imago images/f8 das Bild)

Blindheitshilfe im Saarland erhöht

  09.12.2020 | 15:11 Uhr

Blinde Menschen im Saarland erhalten mehr Unterstützung. Der saarländische Landtag hat nach 14 Jahren wieder eine Erhöhung des Blindengeldes beschlossen. Der Sozialverband VdK findet die Erhöhung nicht ausreichend.

Nach Auskunft des saarländischen Gesundheitsministeriums erhöht sich die monatliche Zahlung an erwachsene blinde Menschen ab Januar um zwölf Euro auf 450 Euro, für Minderjährige steigt die Hilfe um 24 Euro auf 317 Euro. Die Leistung war seit 2006 nicht mehr angehoben worden.

Die Schwierigkeiten als blinder Mensch ein selbstbestimmtes Leben zu organisieren und am sozialen Leben teilzuhaben, hätten in der Corona-Pandemie unter anderem wegen der geltenden Maskenpflicht und Abstandsregelungen zugenommen, erklärt das saarländische Gesundheitsministerium. "Mit der Erhöhung der Blindheitshilfe tragen wir einen kleinen, aber nicht unwesentlichen Teil zur Erleichterung der Alltagsbewältigung blinder Menschen bei", sagte die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU). Im Saarland leben nach Angaben des Ministeriums derzeit 1278 blinde Menschen.

Auf Niveau wie vor 15 Jahren

Der Sozialverband VdK Saarland begrüßt zwar die beschlossene Anhebung der Blindheitshilfe, kritisiert aber die nicht ausreichende Höhe. "Die Hilfe für Erwachsene steigt um zwölf Euro, das sind weniger als drei Prozent. Hier hätten wir deutlich mehr erwartet“, sagt VdK-Landesvorstandsmitglied Karin Lawall. Der VdK Saarland habe vor dem Beschluss eine Erhöhung von zehn Prozent sowie eine dynamische Beitragsentwicklung gefordert.

Die Blindheitshilfe in Höhe von nun 450 Euro stagniere aufgrund steigender Preise auf dem Niveau von vor 15 Jahren. "Dienstleistungen kosten heute deutlich mehr. Wer über einen Pflegedienst eine Hilfe für Einkauf, Haushalt, Essenszubereitung oder Begleitung in Anspruch nimmt, muss mit 30 Euro pro Stunde rechnen", erklärt Lawall.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 08.12.2020 berichtet.

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