Kran im Dillinger Hafen (Foto: SR Fernsehen)

Saarhafen mit leichtem Umschlagsrückgang

Daniel Dresen   25.06.2020 | 16:21 Uhr

Bis Ende Mai hat der Saarhafen Saarlouis-Dillingen einen leichten Umschlagsrückgang verzeichnet. Das Ergebnis lag um 50.000 Tonnen unter dem Vorjahresniveau.

Der Saarhafen-Sprecher Ludwin Vogel spricht von einem Resultat "im Rahmen des Erwartbaren". Der Umschlag des Saarhafens betrug bis Ende Mai 1,05 Millionen Tonnen – ein Minus von 50.000 Tonnen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Als einen Grund für die geringfügigen Einbußen in den ersten fünf Monaten des Jahres nennt der Saarhafen die Havarie eines Transportschiffs im März.

Beim Beladen war das Schiff in der Mitte durchgebrochen und mit seiner Beladung, circa 1200 Tonnen Grobstaub, im Hafenbecken gesunken. Wegen Bergungsarbeiten konnte die Ladestelle am Südkai laut Vogel eine Woche lang nicht genutzt werden.

Faktoren Stahlindustrie und Rhein

Coronabedingt verzeichne der Hafen selbst keinerlei Einschränkungen, so Vogel. Alle Anlieger seien gehalten, die geltenden Regelungen zu befolgen. Dies liege jedoch im Verantwortungsbereich der Unternehmen.

Eine Saarhafen-Prognose für das gesamte Jahr 2020 sei heute unmöglich, sagt Vogel. Es sei nicht absehbar, wie sich die für den Saarhafen wichtigen Faktoren, die Stahlindustrie und der Pegelstand des Rheins, entwickeln. Bei Niedrigwasser im Rhein leide auch die Binnenschifffahrt auf Mosel und Saar. Im Jahr 2019 erzielte der Saarhafen einen Schiffsumschlag von 2,7 Millionen Tonnen – 500.000 Tonnen weniger als noch im Jahr 2018.

Modernisierung der Gleisanlage

Bei der Modernisierung des Hafens melden die Verantwortlichen hingegen Fortschritte. Die ersten beiden Abschnitte der Gleiserneuerung zwischen dem Bahnhof Dillingen und dem Südkai seien bereits abgeschlossen. Die Kosten hierfür betrugen rund 490.000 Euro. Dazu gehörten der Austausch der Schwellen und die Sanierung der Primsbrücke. Mit dem umfangreichsten Bauabschnitt ist Mitte Juni begonnen worden. Diese Arbeiten sollen laut Ausschreibung zwei Millionen Euro kosten.

Der komplette Gleisbereich soll in sogenannter fester Fahrbahn ausgeführt werden. Das heißt, dass die Schienen nicht auf Einzelschwellen aufgelagert, sondern auf Großflächenbetonplatten verlegt werden. Damit soll den Erfordernissen der Umschlagarbeiten am Südkai Rechnung getragen werden. Der bisherige Asphaltbelag wird derzeit abgebrochen. Die Arbeiten sollen bis April 2021 laufen. Der laufende Umschlagbetrieb sei während der Bauarbeiten jedoch sichergestellt.

Ausbaggerung des Hafenbeckens

Aktuell laufen zudem die Vorbereitungen für die Ausschreibung der anstehenden Baggerarbeiten zur Ausbaggerung des Hafenbeckens mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA). Das WSA hat nach Angaben des Saarhafens die Federführung bei den eigentlichen Arbeiten. Der Grund für dieses gemeinsame Vorgehen liegt darin, dass das WSA weit umfangreichere Ausbaggerungsarbeiten in der Saar ausführen muss. Bislang wurden vorbereitende Ausbaggerungen durchgeführt, um die Entsorgungswege festlegen zu können. Die eigentlichen Arbeiten sollen im zweiten Halbjahr 2020 beginnen. Die Kosten sind mit 500.000 Euro veranschlagt.

Über dieses Thema haben auch die SR Hörfunknachrichten vom 25.06.2020 berichtet.

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