Der Trierer Bischof Stephan Ackermann (Foto: dpa/Harald Tittel)

Hans für Dienstpflicht, Ackermann dagegen

mit Informationen der dpa   31.12.2018 | 09:39 Uhr

Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat sich für die Einführung eines allgemeinen Dienstpflichtjahres für junge Menschen ausgesprochen. Der Trierer Bischof Stephan Ackermann setzt hingegen auf Freiwilligkeit.

Hans sagte der Deutschen Presse-Agentur, es sei ein Bedürfnis vieler CDU-Mitglieder, dass man in einem Staat mit den höchsten Sozialstandards und anderen Leistungen "auch erwarten darf von jungen Menschen, dass sie ihrem Land etwas zurückgeben. Und da, meine ich, trägt eine solche Dienstpflicht tatsächlich auch zu einer besseren Identifikation mit dem Heimatland bei." Man müsse prüfen, ob und wie eine solche Dienstpflicht auch für junge Flüchtlinge gelten könnte. Der Vorsitzende der Saar-CDU erwartet allerdings nicht, dass es noch in der laufenden Legislaturperiode der großen Koalition eine Entscheidung geben wird. Erst müsse noch über die mögliche Ausgestaltung diskutiert werden.

Gesellschaftlich Engagierte sollen Vorteile haben

Bischof Ackermann steht der Idee eines verbindlichen Dienstjahres für junge Menschen skeptisch gegenüber. Er weist unter anderem auf rechtliche Grenzen hin. "Dass der Staat verpflichtend so in die Lebensbiografie der Menschen eingreift: Dafür müsste er schon sehr gute Gründe haben." Aus seiner Sicht gehe es mehr darum, Menschen zu fördern, damit sie bereit seien, sich gesellschaftlich einzubringen. Es gebe heute schon sehr viele junge Menschen, die ein Freiwilligenjahr machen würden, sagte Ackermann. "Man kann also nicht sagen, junge Leute sind dazu nicht bereit. Viele machen es."

Ackermann sagte, er sei eher dafür, freiwilliges Engagement insgesamt stärker wertzuschätzen, indem man dieses belohne. Die Belohnung könne beispielsweise über Vergünstigungen, Bevorzugungen bei der Vergabe von Studienplätzen oder Anerkennungen in der Ausbildung erfolgen. Wer sich freiwillig engagiere, solle Vorteile haben. Dabei gehe es darum, "eine Atmosphäre zu schaffen, wo man sieht: Das ist nicht nur erwünscht, das wird auch erwartet."

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 31.12.2018 berichtet.

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