Schmiede in einem Stahlindustriebetrieb (Foto: IMAGO / Sylvio Dittrich)

Saar-Wirtschaft im ersten Halbjahr noch deutlich gewachsen

Thomas Braun   23.09.2022 | 17:36 Uhr

Nach dem Einbruch durch die Corona-Pandemie war die saarländische Wirtschaft im ersten Halbjahr 2022 wieder deutlich auf Wachstumskurs. Das Bruttoinlandsprodukt ist preisbereinigt um 3,3 Prozent gestiegen. Die weiteren Aussichten sind durch die Energiekrise aber deutlich eingetrübt.

Die saarländische Wirtschaft hat sich im ersten Halbjahr robust präsentiert. Das Bruttoinlandsprodukt ist nach vorläufigen Daten nominal um 8,7 Prozent und preisbereinigt um 3,3 Prozent gestiegen. Das teilte das Statistische Landesamt am Freitag mit.

Saarland aktuell im Mittelfeld der Bundesländer

Das Saarland liegt damit etwa im Mittelfeld der Bundesländer und leicht über dem Bundesschnitt. Bundesweit verzeichneten die Statistiker ein Wachstum von 8,2 Prozent nominal und 2,8 Prozent preisbereinigt.

In den vergangenen Jahren hinkte das Wirtschaftswachstum im Saarland der bundesweiten Entwicklung hinterher - in der Coronakrise verzeichnete das Saarland neben Hamburg mit einem Minus von 6,4 Prozent sogar den stärksten Einbruch bei der Wirtschaftsleistung.

Ergebnis etwa auf Vor-Coronaniveau

Vor diesem Hintergrund und auch angesichts der stark gestiegenen Erzeugerpreise relativieren sich auch die Wachstumsraten, die etwa das Verarbeitende Gewerbe im Saarland im ersten Halbjahr 2022 verzeichnete. Nach einem Plus von 13 Prozent im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum legte die Industrie, zu der etwa die Stahl-, Auto- und Maschinenbaubetriebe gehören, im zweiten Quartal mit  knapp 24 Prozent noch deutlicher zu - ungeachtet der Ukrainekrise.

Der Umsatz der Industriebetriebe stieg insgesamt um 18,3 Prozent auf 13,9 Milliarden Euro - erreicht damit laut Statistischem Landesamt beim Ergebnis aber letztlich in etwa das Niveau von 2019.

Starker Anstieg im Energiesektor

Das Baugewerbe legte um 9,1 Prozent auf 671 Millionen Euro zu, beklagte dabei aber weiterhin Materialknappheit und Preissteigerungen. Die Bruttostromerzeugung stieg im ersten Halbjahr um 23,6 Prozent auf 1,3 Millionen Megawattstunden. Auch die Einspeisung aus erneuerbaren Energiequellen stieg witterungsbedingt um 9,1 Prozent an.

Der Dienstleistungsbereich zeigte laut Statistischem Amt ebenfalls Erholungstendenzen - allerdings bei einem zum Teil sehr niedrigen Ausgangsniveau.

Aussichten deutlich eingetrübt

Die weiteren Aussichten sind allerdings weniger optimistisch. Nach der jüngsten Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer rechnet jeder fünfte Betrieb mit schlechteren Geschäften. IHK-Hauptgeschäftsführer geht angesichts der aktuellen Energiekrise von einem harten Winterhalbjahr aus.

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