Ein Arzt hält eine Ampulle des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer zwischen den Fingern. (Foto: picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow)

EMA gibt grünes Licht für Biontech bei Kindern

  28.05.2021 | 16:45 Uhr

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat grünes Licht für den Einsatz des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer bei Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren gegeben. Eine Zulassung durch die Europäische Kommission vorausgesetzt, wäre es dann ab dem 7. Juni auch im Saarland theoretisch möglich, Kinder zu impfen - allerdings stehen dem noch weitere Hürden entgegen.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA hat ihre Prüfung des Covid19-Impfstoffs von Biontech/Pfizer für Kinder ab zwölf Jahren abgeschlossen und seine Zulassung in der EU empfohlen. Es ist der erste Impfstoff in der EU, der auch für Menschen unter 16 zugelassen ist.

Der nächste Schritt ist nun die Zulassung durch die Europäische Kommission, die rechtlich für die Zulassung von Impfstoffen verantworlich ist. Allerdings gilt ihre Zustimmung als Formsache.

Update

Die EU-Kommission hat den Impfstoff von Biontech/Pfizer am 31.05.2021 für 12- bis 15-Jährige freigegeben.

Ministerium plant Einsatz ab dem 7. Juni

Damit könnte der Impfstoff dann wie von den Gesundheitsministern geplant, ab dem 7. Juni auch für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren eingesetzt werden. Saar-Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) hatte in den vergangenen Wochen bereits mehrfach angekündigt, bis spätestens August solle allen Kindern und Jugendlichen im Saarland ein Impfangebot gemacht werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte das beim Impfgipfel am Donnerstag bekräftigt.

Stiko-Empfehlung noch unsicher

Allerdings steht eine Einschätzung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zum Einsatz von Biontech bei Kindern weiter aus. Mitglieder der Stiko hatten in den vergangenen Tagen mehrfach angedeutet, dass es möglicherweise keine generelle Empfehlung zum Einsatz bei Kindern geben könnte. Einer Empfehlung stehe ein Mangel an Daten über mögliche Risiken von Infektionen und Impfungen entgegen.

Ärzte wollen auf Stiko warten

Und die Bewertung durch die Stiko hat in Deutschland großes Gewicht. Kinderärzte hatten sich in den vergangenen Wochen mehrfach kritisch zu generellen Corona-Impfungen für Kinder geäußert und dabei betont, man müsse in jeden Fall eine Empfehlung der Stiko abwarten.

Kinderärzte wollen Empfehlungen der STIKO abwarten
Audio [SR 1, (c) Nina Heck, Dr. Benedikt Brixius, 28.05.2021, Länge: 03:09 Min.]
Kinderärzte wollen Empfehlungen der STIKO abwarten

Auch der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, sagte am Freitag, die Ärzte würden sich "auf jeden Fall" an der Ständigen Impfkommission orientieren. "Ich finde es problematisch, wenn wir solche Einrichtungen haben, bei denen unabhängige Expertise bewusst gefragt ist, und die Politik sich darüber hinwegsetzt." Reinhardt sprach sich gegen flächendeckende Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche aus. "Wegen der aktuell noch unzureichenden Datenlage würde ich Eltern jetzt nicht raten, ihre Kinder regelhaft impfen zu lassen", sagt er der Zeitung "Welt".

Priorisierte haben weiter Vorrang

Auch ein anderer Grund steht dem zügigen Impfen von Kindern nach dem 7. Juni entgegen: Der Impfstoff ist weiter knapp und das saarländische Gesundheitsministerin hat am Donnerstag erneut betont: Auch nach Wegfall der Priorisierung am 7. Juni sollten immer noch die Menschen aus den Priorisierungsgruppen 1 bis 3 bei der Vergabe der Impftermine bevorzugt behandelt werden. Allerdings könnten künftig dann auch Kinder mit bestimmten schweren Erkrankungen ebenfalls priorisiert geimpft werden.

Über dieses Thema berichten auch die SR-Hörfunknachrichten vom 28.5.2021.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja