Schüler sitzen im Klassenzimmer. (Foto: dpa)

Saarland holt in der Bildung weiter auf

mit Informationen der dpa   15.08.2019 | 18:37 Uhr

Das Saarland hat sich im Bildungswesen in den vergangenen Jahren von allen Bundesländern am stärksten verbessert. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor, die am Donnerstag vorgestellt wurde. Bildungsminister Commerçon (SPD) freut sich über das „Spitzenergebnis“.

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Saarland von Rang sechs auf Rang vier verbessert. Das geht aus dem Bildungsmonitor 2019 der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) hervor. Mit Blick auf die vergangenen sechs Jahre hat das Saarland im Vergleich der Bundesländer sogar den größten Sprung nach vorne gemacht. 2013 hatte das Land noch auf Platz 15 gelegen.

Bildungsminister Ulrich Commerçon im Interview
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 15.08.2019, Länge: 02:22 Min.]
Bildungsminister Ulrich Commerçon im Interview

Die aktuelle Studie hebt besonders hervor: Nur wenige Schüler wiederholten hier eine Klasse, die Bildungsausgaben je Grundschüler seien hoch und die Grundschulen wiesen eine gute Schüler-Lehrer-Relation auf. Außerdem gebe es im Saarland eine hohe Habilitations- und Promotionsquote - und der Einfluss der sozialen Herkunft der Schüler auf ihre Bildung sei gering.

Commerçon: „Der große Bildungsgewinner“

Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) freute sich über das „Spitzenergebnis“. Das Saarland sei „der große Bildungsgewinner“. Bei der Punktevergabe habe das Saarland 16,2 Pluspunkte im Vergleich zu 2013 erreicht und somit als einziges Land ein zweistelliges Plus erzielt. Besser werden könnte das Saarland aber bei der beruflichen Bildung, hieß es in den Ergebnissen zum Bildungsvergleich der Länder. So gebe es nur wenig hochqualifiziertes Personal an Kitas, an beruflichen Schulen würden wenige Schüler in Fremdsprachen unterrichtet und Fortbildungsquoten bei jungen Erwachsenen seien eher gering.

Video [aktueller bericht an Mariä Himmelfahrt, 15.08.2019, Länge: 1:33 Min.]
Gute Ergebnisse für das Saarland beim Bildungsmonitor

Nachholbedarf bei der Digitalisierung

Zudem sieht der Monitor Nachholbedarf bei der Digitalisierung im Bereich der Schulen allgemein. Der Digitalpakt an Schulen und Berufsschulen sollte - wie auch bundesweit - zügig umgesetzt werden. Commerçon bestätigte, dass das Saarland bei der Digitalisierung „Aufholbedarf“ habe. Trotz des Digitalpaktes, der rund 60 Millionen Euro aus dem Bund ins Land bringe, habe es das Saarland noch nicht geschafft, die Personalisierung so voranzutreiben, dass die Schulen für das Thema gut ausgestattet seien. „Wir haben unsere Hausaufgaben im Vorfeld gemacht, und ich bin mir ganz sicher, dass wir da in den nächsten Jahren für die Digitalisierung in Schulen auch riesige Fortschritte machen können.“

Gute Betreuungsrelationen

Im Saarland kommen rechnerisch 13,3 Schüler auf einen Lehrer - dies sei der zweitbeste Wert aller Bundesländer. Auch in Kindergärten, der Sekundarstufe 1 (Klasse 5 bis 10) und an Teilzeit-Berufsschulen seien die Betreuungsrelationen besser als im Bundesschnitt, hieß es. Die Bildungsausgaben je Grundschüler lagen mit 6600 Euro leicht über dem deutschlandweiten Schnitt von 6200 Euro. Und bei der Forschung: Bei vier abgeschlossenen Habilitationsverfahren pro 100 Professoren erreicht das Saarland den zweithöchsten Wert nach Bayern.

Im Bildungsvergleich der Länder 2019 liegt Sachsen auf Platz eins, gefolgt von Bayern (Platz zwei) und Thüringen (Platz drei). Commerçon kündigte an, er wolle die anderen drei Länder auch noch überholen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 15.8.2019 berichtet.

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