Talsperre Nonnweiler (Foto: SR)

Hoffen auf mehr Niederschlag im Saarland

Mit Informationen von Maximilian Friedrich   07.09.2022 | 19:20 Uhr

In keinem Bundesland war der Sommer so trocken und heiß wie im Saarland. Bäche und Böden trockneten aus, Seen heizten sich auf, es fehlte ihnen an Sauerstoff. Dem Grundwasser hat das laut Umweltministerium nicht geschadet. Dennoch hofft man auch hier auf mehr Regen.

Das Saarland hat auch zum Ende des trockenen und heißen Sommers keine Probleme beim Grundwasser. Das hat das saarländische Umweltministerium auf SR-Anfrage mitgeteilt. Die Wasserstände an den überwachten Stationen seien auf einem Niveau, das für die Jahreszeit typisch sei, sagte Jens Götzinger, Referatsleiter der Abteilung Wasser im Ministerium.

Grundwasser bislang nicht betroffen

„Es gibt natürlich Bereiche, die stark unter der Trockenheit leiden“, so Götzinger. „Das ist aber hauptsächlich das Bodenwasser, also die Trockenheit des Bodens, was man ja auch am Wald oder der Vegetation sieht. Das Grundwasser in der größeren Tiefe ist davon nicht betroffen.“ Angesichts des für die nächsten Tage angekündigten Regens hoffe man auf eine Entspannung. Vollständig gesättigt seien die Böden aber wohl erst im Winter.

Video [aktueller bericht, 07.09.2022, Länge: 2:54 Min.]
Saarland trotz Regen immer noch Probleme mit Trockenheit

Talsperren-Pegel um fünf Meter gefallen

Sichtbar wird die Lage etwa in den Auen an der Prims bei Piesbach – einer der wenigen Orte im Saarland, wo Grundwasser auch wirklich sichtbar ist. In den alten Kiesgruben drückt es sich an die Oberfläche. Erkennbar ist, dass ein guter Meter Wasser fehlt.

An der Talsperre bei Nonnweiler erkennt man die Monate der Trockenheit deutlicher. Mittlerweile ist der Pegel hier um gut fünf Meter gefallen. Damit ist das Wasser zwar bislang nicht knapp geworden. Doch auch wenn alle Kunden beliefert werden konnten – aus Sicht von Joachim Meier, Verbandsvorsteher der Talsperre, war es trotzdem ein extremer Sommer. „Die Zuläufe sind wahnsinnig niedrig. Momentan haben wir vielleicht einen Zulauf von 50 bis 60 Liter pro Sekunde. Mehr fließt momentan an der Talsperre überhaupt nicht zu.“

Die oberen Bachläufe waren in diesem Sommer das Sorgenkind im Saarland. Teilweise floss dort gar kein Wasser mehr, etwa in der Blies bei Oberthal. Die Lage war so angespannt wie seit 50 Jahren nicht. Bis das Wasser wieder dauerhaft fließt, braucht es noch Zeit.

Hoffen auf Niederschlag im Winter

„Im Moment ist es so: Der Boden saugt die Niederschläge auf, die jetzt kommen“, sagte Jens Götzinger vom Umweltministerium. „Da kommt noch relativ wenig im Grundwasser oder in den Gewässern an. Aber nach einigen Wochen, auch mit stärkeren Niederschlägen, ist es dann eben so, dass man davon dann auch wieder etwas in den Bächen oder dem Grundwasser sieht.“

Auf viel Regen im Winter setzt auch die Talsperre Nonnweiler. Dann soll der Speicher dort wieder gefüllt werden. In den letzten Jahren habe das immer geklappt, so Verbandsvorsteher Joachim Meier. „Es gibt aber auch Regionen, zum Beispiel im Harz, wo ein, zwei trockene Winter aufeinander gefolgt sind, und dann wird es natürlich auch für eine Talsperre relativ eng.“

In den nächsten Tagen sieht es mit Regen gut aus. Doch erst die kommenden Monate werden zeigen, ob uns neben der Gasdebatte auch das Wasser Sorgen bereiten könnte.

Über dieses Thema hat auch der „aktuelle bericht“ vom 07.09.2022 berichtet.

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