Bilanz von 50 Jahren Städtebauförderung im Saarland (Foto: SR)

Bouillon will Bauförderung in Städten forcieren

Mit Informationen von Markus Person   08.05.2021 | 19:22 Uhr

Das Saarland hat sich in den vergangenen 50 Jahren verändert, und das nicht immer zum Besten, nicht immer reibungslos. Innenminister Klaus Bouillon (CDU) hat am Samstag zurückgeblickt. Für die Zukunft will er die Bauförderung weiter forcieren und die Innenstädte beleben. Die Kommunen stehen vor großen Herausforderungen.

Wenn es nach dem Film geht, der auf der Pressekonferenz von Innenminister Klaus Bouillon (CDU) am Samstag gezeigt wurde, dann ist in den vergangenen 50 Jahren im Saarland mithilfe der Städtebauförderung fast nur Positives bewirkt worden. Die Sanierung des Nauwieser Viertels in Saarbrücken wird da genannt, der Bau der Qlisse in Quierschied oder auch die Aufwertung eines Wohngebiets in Merzig.

Belebung der Zentren als Hauptaufgabe

Allerdings stehen die saarländischen Gemeinden vor einem Paradigmenwechsel, was abseits des Films deutlich wurde. Es kommen neue Herausforderungen, wie auch der Vorsitzende des saarländischen Städte- und Gemeindetages Hermann Josef Schmitt bestätigt. „Zu Beginn ist es darum gegangen, aus grauen, düsteren Städten lebendige Zentren zu machen. Im Laufe der Zeit hat sich das geändert.“

Die Herausforderungen der Gegenwart sieht Schmitt im Onlinehandel, in der Coronakrise und in städtebaulichen Entwicklungen. „Es geht darum, die Ortsmitten und die Stadtzentren wieder modern zu machen, attraktiv, lebendig.“ Das Nebeneinander von Arbeiten, Wohnen, Leben und Dienstleistung, von Kultur, Freizeitgestaltung und Handwerk soll wieder möglich werden.

20.000 leere Gebäude

Mit dieser Wiederbelebung der Innenstädte will man der zunehmenden Verödung entgegenwirken. Allein im Saarland stehen rund 20.000 Gebäude leer, Baulücken werden häufig nicht genutzt.

Bauminister Klaus Bouillon (CDU) verwies darauf, dass man hier mit sieben verschiedenen Förderprogrammen gegensteuern möchte. „Das beginnt mit dem Ankauf von Leerständen, geht weiter über Programme für Modernisierung bis hin zu verstärktem Wohnungsbau, auch was Neubauten angeht.“ Beim Programm „Jung kauft alt“ etwa sind bis zu 38.000 Euro Bargeldzuschuss für den Kauf von Altbestand möglich.

Sozialer Wohnungsbau soll gestärkt werden

Für diejenigen, die sich einen Kauf oder eine Sanierung nicht leisten können, soll der soziale Wohnungsbau gestärkt werden. Bouillon verwies dabei auf Großprojekte und Verhandlungen in Saarbrücken, Homburg und Saarlouis. „Der Mietwohnungsbau kommt ins Laufen. Wir haben in den letzten beiden Jahren 468 Wohneinheiten geschaffen.“ Durch Sonderprogramme für Einheimische und Flüchtlinge seien außerdem in den letzten drei Jahren über 1600 Einheiten dazu gekommen.

Insgesamt will das Saarland dieses Jahr rund 30 Millionen Euro in die Städtebauförderung stecken. Außerdem kämpfen die Gemeinden dafür, dass der Bund seine Mittel, derzeit 700 Millionen Euro, verdoppelt.

Problemstellen wie die B268 in Lebach, die den Ort durchschneidet, oder teure Projekte wie der Vierte Pavillon kamen bei der Vorstellung des Programms nur am Rande vor.

Über dieses Thema hat auch die "Region am Mittag" in den SR-Hörfunknachrichten am 08.05.2021 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja