Stahlindustrie Symbolbild (Foto: picture alliance / dpa | Julian Stratenschulte)

Dillinger und Saarstahl steigern Umsätze

Yvonne Schleinhege / Onlinefassung: Anne Staut   12.04.2022 | 13:57 Uhr

Nach zwei Jahren mit hohen Verlusten haben die saarländischen Stahlunternehmen Dillinger und Saarstahl im Jahr 2021 wieder Gewinne erzielt. Die Umsätze bei Dillinger stiegen im vergangenen Jahr um rund 40 Prozent. Bei Saarstahl gab es ein Plus von 65 Prozent.

Von dreistelligen Millionen-Verlusten zu dreistelligen Millionen-Gewinnen: Insgesamt kommen die beiden Unternehmen Saarstahl und Dillinger 2021 auf einen operativen Gewinn von 268 Millionen Euro.

Video [aktueller bericht, 12.04.2022, Länge: 2:17 Min.]
Dillinger und Saarstahl verzeichnen wieder Gewinne

Saarstahl und Dillinger hätten den Turn-Around geschafft, so die Bilanz des Vorstandsvorsitzenden Karl-Ulrich Köhler. Man habe es geschafft die schlechten Ergebnisse abzuschütteln, die Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt und dies schließlich auch mit guten Zahlen untermauert.

Sparprogramm und Mitarbeiterentwicklung

Gelungen sei dies durch die gute Auftragslage, bessere Preise am Markt, aber auch durch das 2019 gestartete Sparprogramm. Von diesem internen Programm habe man 2021 profitiert, so Köhler.

Dillinger und Saarstahl steigern Umsätze
Audio [SR 3, Yvonne Schleinhege, 12.04.2022, Länge: 03:17 Min.]
Dillinger und Saarstahl steigern Umsätze

Für Diskussionen mit den Arbeitnehmervertretern hatte dabei ein mögliches Outsourcing von Beschäftigten geführt. Dies habe man verhindern können, so Köhler, und durch interne Verbesserungen die Effizienz gesteigert.

Teil des Sparprogramms war auch ein Personalabbau. Dies allerdings sei sozialverträglich geschehen, so Personalvorstand Joerg Disteldorf. Aktuell haben beide Unternehmen zusammen rund 13.400 Beschäftigte. Diese Zahl will man nun stabil halten.

Autoindustrie und Offshore-Windkraft

2021 konnte Saarstahl insbesondere von einer starken Nachfrage der Autoindustrie profitieren, aber auch von einer guten Baukonjunktur. Besonders im ersten Halbjahr habe dies zu extrem hohen Auftragseingängen geführt.

Etwas verzögert sei 2021 dann auch das Geschäft von Dillinger wieder angelaufen, so der Vorstandsvorsitzende Köhler. Bei Dillinger hätten die superschweren Grobbleche für dem Offshore-Windbereich geboomt. Dies sei auch weiterhin ein Wachstumsmarkt, von dem Dillinger profitieren könne.

Ukraine-Krieg und Rohstoff-Versorgung

Die Folgen des Ukraine-Krieges insbesondere was die Rohstoffversorgung angeht, treffen auch die saarländischen Stahlunternehmen. Hier hätten teils erhebliche Prozessumstellungen vorgenommen werden müssen, so Köhler, auch weil Rohstoffe aus anderen Ländern importiert werden mussten. 

Durchaus eindringlich warnte er vor den Folgen eines möglichen Gas-Embargos. Sollte Gas in Raten gekürzt werden, könne man damit umgehen und die Produktion am Laufen halten, so Köhler. Eine tageweise Rationierung wäre für das Unternehmen hingegen (auch technisch) nicht handhabbar. Köhler appelliert an die Politik, in dieser Phase besonnen zu handeln.

Ausblick 2022

Ein Vorteil könne für die saarländischen Stahlunternehmen der Wegfall von russischen Stahlprodukten sein, sagte der Vorstandvorsitzende Köhler. Insgesamt rechnet man 2022 mit einem ordentlichen Jahr, so Köhler auf einem ähnlichen Niveau wie 2021.

Sowohl Dillinger als auch Saarstahl seien gut gestartet. Die Auslastung sei sehr zufriedenstellend.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 12.04.2022 berichtet.

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