Figuren von Menschen in verschiedenem Alter sind auf einer Fensterfront (Foto: dpa/SR)

Wo sinken die Einwohnerzahlen besonders stark?

Thomas Braun   17.10.2020 | 08:42 Uhr

Erstmals seit 2010 ist die Bevölkerungszahl in Deutschland wieder gesunken. Im Saarland dauert der Rückgang schon länger an - verteilt sich regional aber unterschiedlich.

Die Coronakrise wirkt sich auch auf die Bevölkerungsentwicklung aus: Erstmals seit 2010 ging die Einwohnerzahl in Deutschland im ersten Halbjahr 2020 zurück, teilte das Statistische Bundesamt diese Woche mit. Während zuvor Zuzüge aus dem Ausland das Geburtendefizit regelmäßig ausglichen und sogar überstiegen, habe es insbesondere ab März einen starken Einbruch bei der Zuwanderung gegeben, stellen die Statistiker fest.

Im Saarland hält der Bevölkerungsrückgang bereits seit 25 Jahren an - wurde nur 2015 und 2016 in Folge der starken Flüchtlingsbewegung unterbrochen. Seither sinken die Zahlen wieder, regional aber in unterschiedlichem Tempo.

Stärkerer Rückgang in Eppelborn und Gersheim

Vergleichsweise deutlich ist der Rückgang beispielsweise in Eppelborn und Gersheim zu spüren, wie eine Auswertung von Daten des Statistischen Landesamtes zeigt. Seit Ende 2016 ist die Einwohnerzahl in den beiden Gemeinden um mehr als drei Prozent gesunken. Eppelborn hatte am 30. Juni 2020 rund 570 Einwohner weniger als noch dreieinhalb Jahre zuvor. Nur in Neunkirchen und St. Ingbert war der Rückgang noch stärker - fällt dort aber aufgrund der insgesamt höheren Einwohnerzahl nicht so sehr ins Gewicht.

Ganz anders die Entwicklung in Perl. Der Grenzort profitiert von seiner Nähe zu Luxemburg, wo die Immobilienpreise nahezu unerschwinglich sind. Viele Luxemburger zieht es daher ins Nachbarland, Perl wächst. Das führt allerdings auch dort zu Problemen auf dem Immobilienmarkt, Bauland zum Beispiel ist mittlerweile heiß umkämpft.

Landeshauptstadt mit stabiler Entwicklung

Neben Perl haben auch noch Ensdorf und Losheim aktuell ein leichtes Plus bei der Bevölkerungsentwicklung im Vergleich zu 2016. Saarbrücken (-0,08 Prozent) und Merzig (-0,16 Prozent) können ihre Bevölkerungszahlen zumindest stabil halten. Auch in zehn weiteren Kommunen lag der Rückgang unter einem Prozent.

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