Logo des Autoherstellers Ford (Foto: dpa)

Betriebsrat wirft Ford Vertragsbruch vor

  11.12.2018 | 12:12 Uhr

Der Betriebsrat von Ford in Saarlouis wirft dem Unternehmen wegen des geplanten Stellenabbaus Vertragsbruch vor. Das Unternehmen hatte am Montag angekündigt, die Schichten von drei auf zwei zu reduzieren. Rund 1600 Arbeitsplätze sind davon betroffen.

Der Brexit trifft das Ford-Werk
Audio [SR 3, Karin Mayer, 11.12.2018, Länge: 03:15 Min.]
Der Brexit trifft das Ford-Werk

Enttäuschung, Vertrauensverlust und Vertragsbruch – der Betriebsrat findet deutliche Worte. Die Pläne des Unternehmens würden gegen die geltende Betriebsvereinbarung verstoßen, heißt es in einer Mitteilung. So sei vereinbart worden, dass das Modell C-Max noch im gesamten nächsten Jahr in Saarlouis gebaut werde. Außerdem habe Ford zugesagt, bis Sommer 2022 im Dreischichtmodell zu arbeiten. Die Mitarbeiter hätten dafür auf Geld verzichtet. Hier sieht der Betriebsrat nun einen Vertragsbruch.

Aktuell lässt man die Wirtschaftlichkeitsberechnungen durch ein Saarbrücker Institut prüfen. Dabei solle auch analysiert werden, ob die geringere Auslastung des Werks zu höheren Kosten für das neue Focus-Modell führen könnte. Der Betriebsrat fordert das Unternehmen auf, nun gemeinsam konstruktiv und ergebnisoffen zu beraten. Man brauche Fakten über mögliche Ersatzprodukte oder sozialverträgliche Alternativen. Nur dann könnten die Verhandlungen konfliktfrei verlaufen, ohne eine Gefährdung der Produktion.

Unternehmen verteidigt Entscheidung

Konstruktive Gespräche fordert auch Ford-Chef Gunnar Herrmann. Er will mit dem Betriebsrat über eine neue Vereinbarung verhandeln. Die Standortsicherung bis Mai 2022 ist seiner Meinung nach unter den aktuellen Umständen nicht bindend für das Unternehmen. Er verweist auf die sinkenden Abrufe beim C-Max: „Die Vorhersage für 2019 liegt bei 30.000, wovon ein guter Teil - primär der, den wir zurzeit nach England liefern - aufgrund der Wechselkursthematik und dem Brexit mit Verlusten verkauft wird." Da könne man nicht zugucken, so Herrmann. "Da ist höchste Eisenbahn geboten und da kann ich mich jetzt nicht viel auf Verträge beziehen. Wir können auch nichts dafür, dass es einen Brexit gibt."

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1600 Jobs im Ford-Werk Saarlouis gefährdet
Der Autohersteller Ford will offenbar im Werk Saarlouis 1600 Jobs abbauen. Darüber sind die Beschäftigten des Ford-Werkes in einer Betriebsversammlung informiert worden. Der Stellenabbau ist auch ein Thema für die Politik in Berlin.

Über dieses Thema wurde auch in der Region auf SR 3 Saarlandwelle vom 11.12.2018 berichtet.

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