Schild "Wohnung zu verkaufen" vor einem Haus (Foto: Daniel Karmann/dpa)

Verkäufer soll Maklerkosten zahlen

Axel Wagner / mit Informationen von Karin Mayer   25.02.2019 | 16:37 Uhr

Wer bestellt, der zahlt – das soll nach dem Willen von Justizministerin Katarina Barley (SPD) künftig auch beim Hauskauf gelten. Damit will sie Käufer entlasten und jungen Familien zum Eigenheim verhelfen. Während das Saarländische Verbraucherschutzministerium die neue Regelung begrüßt, stößt sie beim Maklerverband IVD auf Ablehnung.

Der Vorsitzende des IVD West, Burkhard Blandfort, erwartet, dass mit der neuen Regelung die Preise für Immobilienkäufer weiter steigen, „weil Verkäufer insbesondere in Märkten, die stark nachgefragt sind, das Ganze einpreisen werden und die Grunderwerbssteuer am Ende dann noch auf den erhöhten Preis käme und damit der Käufer am Ende mehr und nicht weniger zahlt“. Der Maklerverband hält die bisherige Regelung, wonach die Gebühren zu 75 Prozent je hälftig vom Käufer und Verkäufer getragen werden, für die bessere Lösung.

Mehr Privatverkäufe?

Kollegengespräch: "Es kommt auf den Immobilienmarkt an"
Audio [SR 3, Kollegengespräch: Nadine Thielen/Karin Mayer, 25.02.2019, Länge: 02:33 Min.]
Kollegengespräch: "Es kommt auf den Immobilienmarkt an"

Immobilienanwalt Kai Werner vom Deutschen Mieterverein schätzt das anders ein. Er glaubt, dass Häuser künftig häufiger ohne Makler verkauft werden. Eine ähnliche Entwicklung habe sich auch auf dem Mietwohnungsmarkt gezeigt. Burkhard Blandfort vom Maklerverband IVD kann das nicht bestätigen.  „Nach etwa zwei Jahren, so unsere Wahrnehmung im Verband, sind auch die wieder als Auftraggeber zurückgekehrt, weil sie einfach die Dienstleistung des Maklers geschätzt haben. Professionelle Vermieter hatten weiter daran festgehalten. Sie hatten natürlich im Anschluss den Makler zu zahlen.“ Diese Kosten seien dann auf den Mietpreis umgelegt worden, heißt es vom IVD.

Mehr Hausbau, weniger Steuern

Was wäre aber nun die Lösung um Käufer zu entlasten? Der Maklerverband IVD ist der Ansicht, es müsse mehr gebaut werden. Wer Hauskäufer entlasten wolle, müsse zudem auf die Grunderwerbssteuer schauen. Die ist im Saarland mit 6,5 Prozent sehr hoch. Nach Ansicht des Hausbesitzerverbandes Haus + Grund könne hier wirklich etwas für Hausbesitzer getan werden.

Die CDU zeigt sich von dem Vorschlag Barleys wenig begeistert. Marco Wanderwitz, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesinnenministerium in Berlin verwies darauf, dass es dazu bislang nur einen Prüfauftrag gegeben habe. Nach Prüfung sei man zu dem Ergebnis gekommen, „dass dieses Instrument untauglich ist und es viele andere Instrumente gäbe, die deutlich geeigneter wären, zu Entlastungen beim Thema Kosten des Wohneigentumserwerbs zu kommen“. Als Beispiele nannte er eine Begrenzung der Grunderwerbssteuer oder Freibeträge für diese Steuer.

Über dieses Thema hat auch die SR 3 Region am Nachmittag vom 25.02.2019 berichtet.

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