Ein Mann hält einen Elektroschocker, auch Taser genannt, in der Hand. (Foto: picture alliance / Rainer Jensen/dpa)

Saar-Polizei testet Taser

  26.04.2019 | 15:09 Uhr

Die Polizei im Saarland testet in den kommenden sechs Monaten Elektroschockgeräte. Die Taser sollen die Angriffe auf die Beamten reduzieren. Außerdem wurde neue Ausstattung vorgestellt.

Der Elektroschocker soll ab Mai im Wach- und Streifendienst in Neunkirchen und Saarlouis sowie bei der Operativen Einheit (OpE) in Saarbrücken-St. Johann getestet werden. Innenminister Klaus Bouillon (CDU) sagte, Erfahrungen in anderen Bundesländern hätten gezeigt, dass bereits durch die Androhung des Einsatzes bis zu 80 Prozent der Einsatzsituationen deeskaliert werden konnten. "Die hohe präventive Wirkung dient also ebenso dem Schutz der Beamtinnen und Beamten", so Bouillon weiter. Er hatte den Test bereits im August angekündigt.

Video [aktueller bericht, 26.04.2019, Länge: 1:58 Min.]
Neue Ausstattung für saarländische Polizei

Angreifer werden bewegungsunfähig

Beim Einsatz des Tasers werden zwei Pfeilelektroden verschossen, die in die Haut eines Angreifers eindringen. Durch schwache Stromstöße werden die Muskeln zu einer kurzen, aber dauerhaften Anspannung gebracht. Der Angreifer wird deshalb kurzzeitig bewegungsunfähig. Diese Zeit können die Beamten nutzen, um ihn zu fixieren.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) im Saarland begrüßte das Pilotprojekt und forderte eine flächendeckende Einführung der Taser. Der saarländische Landesverband der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) teilte mit, er sei "von Anfang an ein klarer Befürworter" des Projekts gewesen. Beim Thema Ausstattung habe das Saarland in den letzten Jahren im Vergleich zu anderen Bundesländern einen großen Sprung nach vorne gemacht - anders als etwa in Sachen Personal.

Ortung von Mobiltelefonen

Der Innenminister stellte noch weitere technische Mittel vor, die die Polizei zurzeit erhält. So steht den Beamten nun ein Fahrzeug mit einem "IMSI-Catcher" zur Verfügung. Damit lassen sich Mobiltelefone orten. Das Land investierte dafür rund 400.000 Euro.

Rund 300.000 Euro flossen in die Anschaffung von 1900 neuen Gürtel-Holster-Kombinationen. Sie sind komfortabler und erhöhen nach Angaben des Ministeriums die Sicherheit, da die Waffe besser gegen eine "unberechtigte Wegnahme" geschützt sei. Seit Mitte Apil wird die Vollzugspolizei im Saarland mit dem Holster ausgestattet. Die Operative Einheit verfügt bereits seit deren Indienststellung darüber.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten vom 26.04.2019 berichtet.

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