Jobcenter (Foto: dpa)

Beschäftigungsgipfel für Langzeitarbeitslose

Yvonne Schleinhege / Onlinefassung: Sandra Schick   22.11.2018 | 18:18 Uhr

In Saarbrücken sind am Donnerstag die Weichen für einen saarländischen Beschäftigungspakt gestellt worden. Rund 30 Institutionen aus dem Saarland haben eine Absichtserklärung für öffentlich geförderte Beschäftigung und mehr soziale Teilhabe von Langzeitarbeitslosen verfasst.

Konkret geht es bei dem Pakt um die regionale Umsetzung des Teilhabe-Chancen-Gesetzes. Wer mindestens sechs Jahre arbeitslos ist, soll künftig fünf Jahre eine geförderte Beschäftigung bekommen - möglichst nach Tariflohn, zum Beispiel in Kommunen, Sozialeinrichtungen oder in Unternehmen.

Anfang des Monats hatte der Bundestag ein entsprechendes Gesetz verabschiedet. Vier Milliarden Euro werden bereitgestellt, damit öffentlich geförderte Jobs für Langzeitarbeitslose ab 25 Jahren entstehen. Auch ein Teil der Langzeitarbeitslosen im Saarland kann davon profitieren. Nach Möglichkeit sollen Tariflöhne gezahlt werden, ansonsten der Mindestlohn.

Die Arbeitskammer sieht in dem saarländischen Beschäftigungspakt einen positiven Schritt: Die Wirtschaftsministerin stoße damit etwas an, das Arbeit finanziere und nicht Arbeitslosigkeit. Auch beim Sozialverband VdK Saarland begrüßt man den Beschäftigungspakt grundsätzlich, hofft auf eine schnelle Umsetzung.

Wichtig sei dabei, dass die neuen finanziellen Mittel auch für die Qualifizierung Langzeitarbeitsloser genutzt werden, insbesondere von alleinerziehenden Frauen mit geringer beruflicher Qualifikation. Zudem, so die Forderung des VdK, sollten auch die Kommunen – im Rahmen des neuen Teilhabe-Chancen-Gesetzes - als Arbeitgeber aktiv werden.

Gillo: "Pakt muss ausgeweitet werden"

Interview: "Es können Tätigkeiten bei den Kommunen, aber auch bei privaten Unternehmen sein"
Audio [SR 3, Interview mit Anke Rehlinger, 22.11.2018, Länge: 02:56 Min.]
Interview: "Es können Tätigkeiten bei den Kommunen, aber auch bei privaten Unternehmen sein"

Auch der Regionalverband äußert sich positiv zum Beschäftigungspakt. Regionalverbandsdirektor Peter Gillo (SPD) fordert zudem, den Pakt auf Menschen auszuweiten, die seit mindestens vier Jahren auf Sozialleistungen angewiesen sind. Davon gebe es allein im Regionalverband 17.000.

Über dieses Thema wurde auch in der SR3-Rundschau vom 22.11.2018 berichtet.

Artikel mit anderen teilen