Eine Schülerin sitzt im Unterricht mit Maske (Foto: dpa/Felix Kästle)

Präsenzunterricht für Berufsschul-Abschlussklassen

  08.01.2021 | 16:06 Uhr

Auch die Prüfungs- und Abschlussklassen der Fachoberschulen und der Fachschulen kehren ab 18. Januar zum Präsenzunterricht zurück. Das hat das saarländische Bildungsministerium am Freitag mitgeteilt. Gegen die Rückkehr in die Schule im Allgemeinen formiert sich vermehrt Widerstand.

Video [aktueller bericht, 11.01.2021, Länge: 3:27 Min.]
Abschlussklassen kehren in Schulen zurück

Zeitgleich mit den Klassenstufen neun und zehn, die den Hauptschulabschluss oder den Mittleren Bildungsabschluss absolvieren, startet auch der Präsenzunterricht für Berufsschüler, die kurz vorm Abschluss stehen, am 18. Januar. Bereits am Donnerstag wurde bekannt, dass die Jahrgangsstufe 12 an den Gymnasien und die Klassenstufe 13 an den Gemeinschaftsschulen schon am 11. Januar wieder in den Präsenzunterricht geht.

Ab 18. Januar werden nach Angaben des saarländischen Bildungsministeriums insgesamt rund 9750 Schülerinnen und Schüler der Abschlussjahrgänge im Präsenzunterricht sein und damit etwa 7,8 Prozent der insgesamt rund 125.000 Schüler und Schüler im Saarland.

Auf Wunsch können Lehrkräfte, die zu einer vulnerablen Gruppe zählen, ihren Dienst von zu Hause aus ausüben. Schülerinnen und Schüler mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf im Falle einer Infektion mit dem Coronavirus können mit Vorlage eines ärztlichen Attestes weiterhin vom Präsenzunterricht befreit werden.

Genügend Platz in fast leeren Schulen

Die saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) betont den Konsens zwischen Bund und Ländern, dass auch jetzt Präsenzunterricht möglich sein müsse. "Dafür haben wir die breite Unterstützung unserer Schulleitungen. Die Schulen sind aktuell weitestgehend leer. Das heißt es gibt auch ausreichende Möglichkeiten zur räumlichen Entzerrung", sagt die Ministerin.

Pädagogische Angebote an den Schulen und eine Nachmittagsbetreuung stehen Kindern der Klassenstufen eins bis einschließlich sechs weiter offen, falls sie nicht anderweitig betreut werden können oder über kein geeignetes Lernumfeld für das "digital gestützte Lernen zuhause" verfügen. Auch Schüler aus höheren Jahrgangsstufen können bei einem mangelhaften heimischen Lernumfeld in die Schulen kommen und die Angebote vor Ort nutzen.

Eltern sollen die Teilnahme ihrer Kinder an den Präsenzangeboten bis dienstags für die kommende Woche anmelden. Das Ministerium betont jedoch, dass weiterhin der Grundsatz gilt, dass Eltern ihre Kinder möglichst zuhause betreuen.

Petition gegen Rückkehr im Januar

Gegen das Vorhaben, ab 11. Januar schrittweise die Schulen im Saarland zu öffnen, regt sich Widerstand. Die Saarlouiser Schülerin Selina Birk hat eine Petition gestartet. Mittlerweile haben diese mehr als 1200 Menschen unterschrieben. Sie richtet sich direkt an Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot und Ministerpräsident Tobias Hans (CDU).

Die Abiturientin begründet ihren Widerstand damit, dass ihre Eltern Rentner mit Vorerkrankungen seien. Sie wolle nicht durch den Besuch der Schule die Gesundheit ihrer Eltern gefährden. "Präsenzunterricht sollte erst dann stattfinden, wenn durch Eindämmung der Infektionszahlen ein niedriges Risiko der Ansteckung erreicht wird", so die Schülerin.

Zuvor hatten unter anderem bereits der Saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband und der Saarländische Philologenverband Kritik an den Präsenzunterrichtplänen geübt. Die Landeselterninitiative hingegen forderte von den Lehrkräften Gegenvorschläge.

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