Walzwerk (Foto: SR Fernsehen)

Saarländer profitieren besonders vom EU-Binnenmarkt

  08.05.2019 | 05:00 Uhr

Der EU-Binnenmarkt als größter Wirtschaftsraum der Welt hat nicht nur den Abbau von Grenzkontrollen bewirkt, sondern sorgt bei den Europäern grundsätzlich für ein Plus im Portemonnaie. Das ist das Ergebnis einer Bertelsmann-Studie. Danach profitieren vor allem exportstarke Regionen wie das Saarland überdurchschnittlich.

Im Durchschnitt steigert der Binnenmarkt die Einkommen der EU-Bürger laut Studie jährlich um rund 840 Euro pro Person. Für Deutschland beziffern sich die jährlichen Einkommenszuwächse auf 1046 Euro. Dabei zeigen die Ergebnisse, dass Regionen mit starker Industrie und hoher Exportorientierung zu den größten Gewinnern gehören.

Ein Beispiel hierfür ist das Saarland, das rund drei Viertel seiner Erzeugnisse in europäische Länder exportiert. Pro Kopf und Jahr zeigt die Bertelsmann Studie im Saarland einen Einkommensgewinn von 1062 Euro. Das entspricht rund drei Prozent des jährlichen Einkommens.

Die größten Einkommensgewinne verzeichnet die Analyse für Bürger in Oberbayern (1489 Euro) gefolgt von Hamburg (1478 Euro) und dem Regierungsbezirk Stuttgart (1304 Euro). Am wenigsten profitierten Brandenburg mit 672 Euro pro Kopf und Jahr, Sachsen-Anhalt (692 Euro) und Mecklenburg-Vorpommern (700 Euro).

Exportstarke Nationen profitieren

Europaweit gab es die größten Einkommensgewinne pro Person und Land in der Schweiz (2900 Euro), Luxemburg (2800 Euro) und Irland (1900 Euro).

Um den Wert des Binnenmarktes für die Bürger zu schätzen, untersuchten die Forscher, welche jährlichen Einbußen eine Abschaffung des Binnenmarktes und die damit einhergehende Erhöhung der Handelskosten durch Zölle und andere Hemmnisse für die Einkommensentwicklung hätte.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten des SR vom 08.05.2019 berichtet.

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