Richard Bermann (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Bermann warnt vor wachsendem Antisemitismus

Patrick Wiermer   02.09.2018 | 21:41 Uhr

Der Vorsitzende der Saarbrücker Synagogengemeinde Saar, Richard Bermann, hat im SR-Interview vor einem wachsenden Antisemitismus auch in Saarbrücken gewarnt. Anlass war der Europäische Tag der Jüdischen Kultur, an dem auch die Saarbrücker Synagoge ihre Türen öffnete.

Nahezu täglich sei der Antisemitismus zu spüren, so Bermann. E-Mails und Telefonanrufe forderten ihn und die Gemeindemitglieder auf, Deutschland zu verlassen. Viele der Absender würden dies sogar unter ihrem vollen Namen tun.  Hinzu kämen judenfeindliche Schmeiereien im Umfeld der Synagoge am Saarbrücker Beethovenplatz. Auch unter den arabischstämmigen Migranten gebe es Judenhass. Bermann rate zurzeit niemandem in der Stadt, vor allem in bestimmten Straßen, eine Kippa zu tragen.

Allerdings: Von Verhältnissen wie etwa in Berlin sei Saarbrücken weit entfernt. Körperliche Übergriffe gebe es keine. Außerdem gebe es im Saarland viele Schulprojekte und engagierte Lehrer, die das Thema Antisemitismus behandeln. Das mache Hoffnung für die Zukunft.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 02.09.2018 berichtet.

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