Luftaufnahme Großrosseln  (Foto: SR)

Gemeinde bedauert Klageverzicht

  28.01.2019 | 16:54 Uhr

Wegen Bergbauschäden von mehr als vier Millionen Euro wollte Großrosseln den französischen Staat verklagen. Bürgermeister Jörg Dreistadt (SPD) sagte dem SR, Großrosseln habe darauf verzichtet, weil die Ex-Ministerpräsidenten Peter Müller und Annegret Kramp-Karrenbauer dazu drängten. Zudem hätte eine Klage lange gedauert.

Interview: "Für uns war einfach wichtig, schnellstmöglich Geld zu bekommen"
Audio [SR 3, Interview: Renate Wanninger, 28.01.2019, Länge: 03:57 Min.]
Interview: "Für uns war einfach wichtig, schnellstmöglich Geld zu bekommen"

Dreistadt verwies im Interview mit SR 3 Saarlandwelle auf das lothringische Rosbruck. Die Partnergemeinde von Großrosseln habe wegen des gleichen Problems geklagt und stehe erst jetzt kurz vor dem Abschluss.

Statt zu klagen habe Großrosseln "zähneknirschend" eine außergerichtliche Einigung mit der französischen Bergbaugesellschaft akzeptiert. 1,5 Millionen Euro flossen so in den betroffenen Ortsteil Naßweiler.

Schäden an Kanälen, Straßen und Häusern

Bürgermeister Dreistadt betonte, für die Gemeinde sei wichtig gewesen, schnellstmöglich Geld zu bekommen. Es sei darum gegangen, Geld in die Hand zu bekommen, um die ersten Schäden in Ordnung zu bekommen. Die Gemeinde habe zeigen wollen, dass es in Naßweiler vorangehe. Dort habe der Bergbau starke Schäden an Kanälen, Straßen und öffentlichen Gebäuden verursacht.

Zudem habe die Landesregierung weitere Unterstützung versprochen. So habe es geheißen, Großrosseln bekomme Anwalts-, Gerichts- und Sachverständigenkosten zurück. Das sei aber nicht passiert.

Ob die Regierungschefs Müller und Kramp-Karrenbauer 2005 und 2011 tatsächlich von einer Klage der Gemeinde Großrosseln gegen den französischen Staat abgeraten haben, soll jetzt Thema im zuständigen Landtagsausschuss werden.

Über dieses Thema wurde auch in der SR 3-Region am Mittag vom 28.01.2019 berichtet.

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