Die Bewohnerin eines Pflegeheims löffelt ihre Suppe. (Foto: picture alliance / Marijan Murat/dpa)

Seniorenernährung soll besser werden

  09.05.2019 | 17:43 Uhr

Das Saarland will die Versorgung in Pflegeeinrichtungen verbessern. Dafür hat es als erstes Bundesland eine Beratungsstelle für Seniorenernährung eingerichtet. Studien hatten in Bezug auf Mangelernährung im Alter und keimbelastetes Essen in Pflegeeinrichtungen erheblichen Nachholbedarf festgestellt.

Elf Prozent der Seniorinnen und Senioren in stationären Einrichtungen leiden nach einer Studie der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) aus dem Jahr 2008 an Mangelernährung, etwa die Hälfte ist zumindest gefährdet. Eine Untersuchung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit stellte im Dezember 2018 zudem fest, dass das Essen in Pflegeeinrichtungen häufig mit Keimen belastet ist.

Saar-Verbraucherschutzminister Reinhold Jost (SPD) sieht im Hinblick auf diese Ergebnisse dringenden Handlungsbedarf. Um die Verpflegungssituation im Saarland zu verbessern, hat das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz deshalb nun mit finanzieller Unterstützung des Bundes die deutschlandweit erste Vernetzungsstelle für Seniorenernährung (VNS SenE) eingerichtet. Die Förderung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ist zunächst auf fünf Jahre angelegt.

Den Bedürfnissen gerecht werden

Wichtig sei ein vielfältiges Essensangebot, das auch den unterschiedlichen Bedürfnissen der Senioren gerecht werde. Zu beachten sind nach Informationen des Ministeriums etwa altersspezifische Besonderheiten wie Kau- und Schluckstörungen oder auch Appetitlosigkeit und verändertes Durstempfinden.

Zwar gibt es bereits DGE-Qualitätsstandards für die Verpflegung in stationären Senioreneinrichtungen, die setzt aber, laut einer Umfrage der DGE aus dem Jahr 2016, bundesweit nur etwa jede sechste Einrichtung um. "Wir wollen diese Standards, die uns als Orientierungsrahmen dienen, bekannter machen und auch eine Umsetzung der Vorgaben im Saarland verankern", sagte Jost.

Damit möglichst viele Einrichtungen und auch Anbieter von "Essen auf Rädern" ihre Verpflegung nach den DGE-Vorgaben ausrichten, sind zudem Informations- und Weiterbildungsveranstaltungen geplant. Außerdem steht die VNS SenE den einzelnen Akteuren, wie etwa Senioreneinrichtungen oder auch Angehörigenvertretungen, beratend zur Seite.

Verpflegungssituation weitestgehend unklar

Zwei Standorte der Stiftung Saarbrücker Altenwohnstift, Wohnstift Egon-Reinert-Haus und Wohnstift Reppersberg, sind bereits von der DGE für Seniorenverpflegung zertifiziert. Wie die Verpflegungssituation der Menschen im Saarland ansonsten aussieht, ist derzeit aber noch weitestgehend unklar. Die Mitarbeiter der VNS SenE sollen deshalb in einem ersten Schritt zunächst Strukturdaten erfassen.

Über dieses Thema wurde auch im aktuellen bericht vom 09.05.2019 berichtet.

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