Schild "Wohnung zu verkaufen" vor einem Haus (Foto: Daniel Karmann/dpa)

Baukindergeld im Saarland besonders stark nachgefragt

Thomas Braun / mit Informationen der dpa   20.01.2019 | 16:22 Uhr

Im Saarland gibt es bislang 866 Zusagen für das Baukindergeld. Bezogen auf die Einwohnerzahl ist die Nachfrage in kaum einem anderen Bundesland so hoch wie im Saarland. Bislang wird der staatliche Zuschuss überwiegend zum Hauskauf und nicht zum Neubau verwendet.

87 bewilligte Anträge pro 100.000 Einwohner gab es bis zum 30. Dezember. Nur in Niedersachsen und Schleswig-Holstein mit jeweils rund 89 Anträgen war die Nachfrage nach dem Baukindergeld noch größer.

Die meisten Anträge kamen erwartungsgemäß aus dem bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen - umgerechnet auf die Einwohnerzahl liegt die Quote mit 70 Anträgen pro 100.000 Einwohnern aber unter der des Saarlandes. In Bayern liegt die Quote bei 53. Noch einmal deutlich dahinter die Zahlen in den beiden Stadtstaaten Hamburg und Berlin. In Hamburg gibt es 32 Förderzusagen pro 100.000 Einwohner, in Berlin sogar nur rund 14.

Baukindergeld überwiegend zum Kauf, nicht zum Bau verwendet

Überwiegend wird das Baukindergeld derzeit allerdings nicht zum Neubau, sondern zum Erwerb von bestehenden Gebäuden und Wohnungen genutzt. Wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP hervorgeht, hatten bis Ende November bundesweit 87,7 Prozent der Antragssteller die Förderung für den Kauf einer bestehenden Immobilie erhalten. Im Saarland lag die Quote noch einmal deutlich über dem Bundesschnitt: Hier hatten 92,5 Prozent der Familien ein Haus oder eine Wohnung gekauft, nur 7,5 Prozent erhielten den Zuschuss für den Neubau.

Die Bundesregierung verweist allerdings darauf, dass die Förderanträge für Neubauten künftig steigen dürften. Sie können nämlich erst nach dem Einzug in die neue Immobilie eingereicht werden.

Kritik von FDP und Linkspartei

Linke und FDP kritisieren, dass das Baukindergeld seine Wirkung verfehlen würde. "Es kommt nur zu Mitnahmeeffekten, und es entsteht kaum neuer, dringend benötigter Wohnraum", sagte der bau- und wohnungspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Daniel Föst. Die Linken-Bundestagsabgeordnete Caren Lay kritisierte: "Das Baukindergeld verfehlt klar seinen Zweck." Statt den Neubau von Wohnungen anzukurbeln, subventioniere es den Kauf bestehender Häuser. Gefördert werde damit vor allem die Mittelschicht auf dem Land. Für Entspannung auf dem städtischen Wohnungsmarkt für Geringverdiener sorge es dagegen nicht.

12.000 Euro Förderung pro Kind

Das Baukindergeld soll Familien in Zeiten steigender Bau- und Immobilienpreise beim Erwerb von Eigentum helfen. Für den Bau eines Hauses oder den Kauf einer Immobilie winkt ein staatlicher Zuschuss von 1200 Euro je Kind und Jahr, gezahlt über zehn Jahre, also 12.000 Euro pro Kind.

Gewährt wird das Baukindergeld für Familien und Alleinerziehende bis zu einer Grenze von 90.000 Euro zu versteuerndem Haushaltseinkommen im Jahr bei einem Kind. Bei größeren Familien darf die Grenze pro Kind 15.000 Euro höher liegen. Man muss mit den Kindern in dem Haus oder der Wohnung auch selbst wohnen - und es kann nur einmal beantragt werden.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten vom 20.01.2019 berichtet.

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