Bauarbeiter arbeiten an der Fertigstellung von Einfamilienhäusern. (Foto: picture alliance/Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa)

Baukindergeld: Anträge ab sofort möglich

  18.09.2018 | 06:30 Uhr

Familien und Alleinerziehende können von nun an das im Vorfeld umstrittene Baukindergeld beantragen. Damit will die Bundesregierung Familien den Weg zum Eigenheim erleichtern. Wie hoch sind die Zuschüsse? Wer wird gefördert und wann muss der Antrag gestellt werden? SR.de hat die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Wer kann Baukindergeld beantragen?

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Audio [SR 3, Karin Mayer, 18.09.2018, Länge: 03:24 Min.]
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Familien und Alleinerziehende mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren, das im Haushalt lebt und für das sie Kindergeld bekommen. Das zu versteuernde Haushaltseinkommen darf höchstens 90.000 Euro pro Jahr bei einem Kind betragen - für jedes weitere Kind kommen 15.000 Euro dazu.

Dafür wird der Durchschnitt aus den zu versteuernden Einkommen des zweiten und dritten Jahres vor Antragseingang gebildet. Wer also 2018 einen Antrag stellt, schaut auf die Einkommensteuerbescheide für 2015 und 2016. Zum Einkommen zählen die Einkommen des Antragstellers und die des Partners. 

Wofür gibt es Baukindergeld?

Gefördert wird der erstmalige Neubau oder der Kauf von Wohneigentum zur Selbstnutzung in Deutschland - egal ob in der Stadt oder auf dem Land. Als Neubau gelten Häuser oder Wohnungen mit zwischen 1. Januar 2018 und 31. Dezember 2020 erteilter Baugenehmigung. Beim Kauf einer Wohnung oder eines Hauses - ob neu oder alt - muss der notarielle Kaufvertrag zwischen dem 1. Januar 2018 und dem 31. Dezember 2020 unterzeichnet worden sein. Der Antragsteller muss auch der Eigentümer sein, zumindest aber zu mindestens 50 Prozent Miteigentümer. Nachzuweisen ist das mit dem Grundbuchauszug.

Video [aktueller bericht, 18.09.2018, Länge: 2:58 Min.]
Baukindergeld kann beantragt werden

Wie hoch ist das Baukindergeld?

Pro Kind gibt es einen Zuschuss von 1200 Euro pro Jahr, und das zehn Jahre lang. Eine Familie mit einem Kind bekommt so insgesamt 12.000 Euro, bei zwei Kindern sind es 24.000 Euro. Mit jedem weiteren Kind erhöht sich der Zuschuss um 12.000 Euro. Allerdings: Für Kinder, die nach Eingang des Antrags geboren oder in den Haushalt aufgenommen werden, gibt es kein Baukindergeld mehr.

Wann muss der Antrag gestellt werden?

Beantragen können Berechtigte den Zuschuss erst nach dem Einzug. Dann haben sie drei Monate Zeit. Als Einzugsdatum gilt die amtliche Meldebescheinigung. Wer in diesem Jahr vor dem 18. September eingezogen ist, hat bis 31. Dezember Zeit für den Antrag. Das Kind oder die Kinder dürfen am Einzugsdatum nicht älter als 18 Jahre gewesen sein und müssen spätestens drei Monate nach dem Einzug geboren sein.

Wo wird der Antrag gestellt?

Zuständig ist die staatliche Förderbank KfW, der Antrag wird auf dem Zuschussportal (www.kfw.de/zuschussportal) gestellt. Nötig sind ein Identitätsnachweis und die Nachweise der Förderbedingungen.

Was ist mit anderen Zuschüssen zum Bauen?

Die Kombination mit anderen öffentlichen Fördermitteln wie Krediten, Zulagen und Zuschüssen ist grundsätzlich möglich, wie die KfW betont. Dabei darf die Förderung insgesamt nicht höher sein als die Kosten für Neubau oder Kauf.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 18.09.2018 berichtet.

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