Trecker bei der Feld-Ernte (Foto: picture alliance/dpa | Bernd Wüstneck)

Bauern rechnen mit verregneter Ernte

Mit Informationen von Lena Schmidtke und Renate Wanninger  10.08.2021 | 13:00 Uhr

Das nasse, kühle Wetter in diesem Sommer stellt für die saarländischen Landwirte ein echtes Problem dar. 2019 und 2020 war die Weizenernte zu diesem Zeitpunkt schon abgeschlossen, dieses Jahr ist das ganz anders. Der Saarländische Bauernverband rechnet deshalb mit Ernteeinbußen.

„Wir sind durch das kalte Frühjahr und die kalte Witterung von einer späten Ernte ausgegangen“, sagt Alexander Welsch, Hauptgeschäftsführer des Saarländischen Bauernverbandes zur diesjährigen Ernte. „Aber wir kommen jetzt in einen Bereich, wo es Zeit wird, das Getreide vom Acker zu holen. Viele Landwirte haben Angst um die Qualitäten auf der Fläche.“

Mindestens eine Woche Trockenheit nötig

Stroh und Getreide müsse einigermaßen trocken sein, um gedroschen werden zu können und lagerfähig zu sein. Zwar brauche auch das Getreide Wasser zum Wachsen, so Welsch, aber dieses Jahr sei es einfach zu viel und zum falschen Zeitpunkt.

Leicht feuchtes Getreide werde entweder getrocknet oder mit trockeneren Teilen vermischt. Die in dieser Woche bevorstehende Schönwetterphase reiche aber zeitlich nicht aus, um alles ordentlich ernten zu können, so Welsch. Mindestens sieben heiße, trockene Tage seien notwendig, um alle angestauten Arbeiten abzuarbeiten.

Landwirt bei der Weizenernte (Foto: SR)
Video [aktueller bericht, 12.08.2021, Länge: 3:31 Min.]
Viel Arbeit mit der Weizenernte

Wegen der insgesamt kalten, feuchten Witterung sei die späte Ernte vorprogrammiert gewesen, aber je länger es sich hinziehe, umso mehr leide auch die Qualität des Weizens: am Halm beginne dann ein Zersetzungsprozess.

Mähdrescher bleiben stecken

Bauernverband: "Es ist Wasser zum falschen Zeitpunkt"
Audio [SR 3, Interview: Renate Wanninger, 10.08.2021, Länge: 02:38 Min.]
Bauernverband: "Es ist Wasser zum falschen Zeitpunkt"

Und: „Die Ackerflächen sind sehr feucht, teilweise aufgeweicht“, sagt Welsch. Viele Mähdrescher blieben stecken. Einige Flächen können auch gar nicht befahren werden. Manche seien jetzt so nass wie sonst nur im Winter. „Von daher wird auch ein Teil des Getreides auf dem Acker bleiben“, sagt Welsch. Auf die Verbraucherpreise werde sich das aber kaum auswirken, hier habe die saarländische Ernte keinen Einfluss.

Auch im Obstbereich hat Welsch keine guten Aussichten parat. Hier steige mit der Feuchtigkeit das Risiko für Apfelschorf, eine durch einen Pilz verursachte Apfelbaumkrankheit. Befallene Äpfel seien zwar gesundheitlich unbedenklich, ließen sich aber nicht verkaufen.

Über dieses Thema hat auch die SR3 Rundschau vom 10.08.2021 berichtet.

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