Bauern demonstrieren  (Foto: SR)

Bauern demonstrieren gegen Svenja Schulze

mit Informationen von Martin Brinkmann   28.05.2020 | 16:36 Uhr

Bundesweit sind am Donnerstag die Bauern auf die Straße gegangen, um den Rücktritt von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) zu fordern. Der Grund: Schulze habe nach Ansicht der Bauern, ihnen die Hauptschuld am Artensterben gegeben. Auch in Saarbrücken demonstrierten Landwirte gegen Schulze.

Gut dreißig Traktoren sind am Donnerstagnachmittag vor dem saarländischen Wirtschaftsministerium in Saarbrücken zusammengekommen. Sie folgten einem Aufruf des Verbandes "Land schafft Verbindung", der gegen den Bericht zur Lage der Natur von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) protestierte. Sie forderten den Rücktritt der Ministerin und ihres Staatssekretärs Jochen Flasbarth.

Video [aktueller bericht, 28.05.2020, Länge: 1:57 Min.]
Traktoren-Demo vor dem Wirtschaftsministerium

Weniger Nutzfläche

"In dem Bericht von Frau Schulze wird die Landwirtschaft mehr oder weniger als Alleinschuldiger für den Zustand der Natur hingestellt. Das ist absolut nicht richtig", sagt Landwirt Gerd Ausgen. Mit keiner Silbe werde in dem Bericht erwähnt, wie hoch die Bebauung in den letzten 20 Jahren gewesen sei. "Wir haben eine Million Hektar Nutzfläche in den letzten 25 Jahren in Deutschland verloren", kritisiert Ausgen.

Jost steht Schulze bei

Entsprechend erbost sind die Landwirte. Saarlands Umweltminister Reinhold Jost nimmt seine Parteigenossin in Schutz. "Die Landwirtschaft ist ein Teil des Problems des Artenrückgangs und der Gewässerqualität. Darauf hat die Bundesregierung, nicht nur die Umweltministerin hingewiesen. Und wer Teil des Problems ist, der sollte auch dafür sorgen, dass er Teil der Lösung wird", forderte Jost.

Kein Dialog mit der Politik

Die Bauern wollen ihren Beitrag zum Artenschutz leisten. Sie beklagen jedoch, dass die Politik den Dialog verweigere und sich ihrer wirtschaftlichen Sorgen nicht angemessen annehme. Wenn die Nutzung landwirtschaftlicher Flächen in Deutschland eingeschränkt werde, müssten Lebensmittel vermehrt importiert werden. Die Produktionsmethoden im Ausland seien aber deutlich kritischer und würden der Artenvielfalt weit mehr schaden, so die saarländischen Landwirte.

Über dieses Thema hat auch die Sendung "aktuell um 21.45 Uhr" vom 28.05.2020 im SR Fernsehen berichtet.

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