Wirtschaftsminister Jürgen Barke (Foto: Imago/Becker/Bredel)

Land will sich auf Zukunft ohne Ford einrichten

Janek Böffel / Onlinefassung: Sandra Schick   24.06.2022 | 16:45 Uhr

Gibt es für die Zeit nach 2025 überhaupt noch eine Perspektive mit dem Ford-Konzern in Saarlouis? Der saarländische Wirtschaftsminister Jürgen Barke (SPD) ist da inzwischen eher skeptisch. Wenn Ford keine guten Alternativen entwickele, dann werde es welche mit anderen Anbietern am Standort geben müssen.

Der saarländische Wirtschaftsminister Barke hat sich im SR-Interview zurückhaltend zu einer Perspektive mit Ford am Standort Saarlouis über 2025 hinaus geäußert.

Im Interview der Woche sagte Barke, er sehe eher eine gute Perspektive mit Zukunftsbranchen am Saarlouiser Standort ohne Ford. Dass man Ford in Zukunft noch in einer dominierenden Rolle in Saarlouis sehe, glaubt er dagegen nicht. Denn das, was bisher aus Detroit an Vorschlägen gekommen sei, reiche bei weitem nicht, so Barke.

Jürgen Barke zur Zukunft des Ford-Geländes
Audio [SR 2, (c) SR, 24.06.2022, Länge: 18:53 Min.]
Jürgen Barke zur Zukunft des Ford-Geländes

Land will Ford-Flächen kaufen

Auch deshalb wolle man nun mit Ford in die Verhandlungen treten über den Kauf der 1,1 Millionen Quadratmeter Flächen insgesamt und der rund 380.000 Quadratmeter Hallenfläche. Das Land müsse die Verfügungsgewalt über die Flächen bekommen, um diese auch mit neuen Investoren vermarkten zu können.

Um überbordende Begehrlichkeiten in Detroit angesichts der hunderte Millionen Euro, die zuletzt im Raum standen zu bremsen, will das Land die Flächen unabhängig bewerten lassen, um dann in die Kaufverhandlungen einzusteigen.

Zukunft ohne Autobau?

Dann sollen neue Interessenten für das Gelände gefunden werden. Auch wenn ein beträchtlicher Teil der Jobs im Zuliefererpark fast untrennbar mit der Autoproduktion verbunden ist, müsse man auch im Automobilland Saarland darüber nachdenken, dass hier vielleicht keine Autos mehr gebaut werden.

Man müsse, so Barke, alle Zukunftsbranchen adressieren - wie Kreislaufwirtschaft, aber auch E-Mobilität. Wenn der Standort breiter aufgestellt sei, sei man auch in Zukunft weniger anfällig für Krisen.

Kein fairer Wettbewerb

Angesprochen auf die Kritik an seinen optimistischen Äußerungen in den Wochen vor der Entscheidung, sagte Barke, er habe immer gesagt, in einem fairen Wettbewerb sei Saarlouis vorne gewesen. Man habe finanziell das bessere Angebot gehabt.

Über dieses Thema berichtet SR 2 Kulturradio am 25.06.2022 im Interview der Woche.

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