Das Ford-Werk in Saarlouis (Foto: Alexander M. Groß/SR)

Großes Interesse am Ford-Standort Saarlouis laut Wirtschaftsminister

Christian Leistenschneider / Yvonne Schleinhege   25.08.2022 | 16:30 Uhr

Mehrere Automobilhersteller haben ein „ernsthaftes“ Interesse daran, die Produktion am bisherigen Ford-Standort Saarlouis zu übernehmen. Das sagte Wirtschaftsminister Barke in Saarbrücken. Es müssten allerdings schnell Entscheidungen getroffen werden.

Saar-Wirtschaftsminister Jürgen Barke (SPD) ist optimistisch, dass in Saarlouis auch nach dem Ende der Produktion von Ford noch Autos hergestellt werden. Man stünde in „intensiven Gesprächen“ mit Firmen aus der ganzen Welt, die daran interessiert seien, auf dem Gelände Elektrofahrzeuge zu bauen.

Den interessierten Firmen sei vor allem an der Kompetenz der Ford-Mitarbeiter gelegen: „Sie fragen: Sind die guten Leute noch da? Sind sie motiviert? Bleiben sie bei der Stange?“, sagte Barke.

Video [aktueller bericht, 25.08.2022, Länge: 2:44 Min.]
Mögliche Zukunft für Ford-Werk Saarlouis

Möglichst viele Arbeitsplätze

Der Fokus der Landesregierung liege ganz klar auf der Ansiedelung von Automobilherstellern auf dem Gelände. Man glaube, damit die größten Beschäftigungszahlen erreichen zu können. Eventuell seien damit sogar mehr Arbeitsplätze möglich, als Ford langfristig eingeplant habe.

Wichtig sei es, dass Entscheidungen schnell getroffen werden, betonte Barke. „Die Interessenten suchen in ganz Europa nach einem Standort. Die warten nicht auf uns.“

Laut Barke großes Interesse an Ford-Standort
Audio [SR 3, Jan Henrich, 25.08.2022, Länge: 02:22 Min.]
Laut Barke großes Interesse an Ford-Standort

Entscheidung noch 2022

Deshalb soll es kommende Woche die finalen Gespräche mit dem Ford-Europa-Management geben. Nur gemeinsam könne man eine schnelle Lösung für den Standort finden.  

Am 6. September soll dann im Ministerrat besprochen werden, wie genau es weitergeht. Auch Gespräche mit den Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretern stehen noch an. Die entsprechenden Entscheidungen über den künftigen Investor sollen noch 2022 getroffen, die Umsetzung der Transformationsmaßnahmen im Folgejahr beginnen.

Barke betonte, dass ein guter Übergang nur im guten Zusammenspiel mit Ford funktionieren kann. Ein verbindlicher Vertrag mit dem Unternehmen soll allerdings dafür sorgen, dass Ford ab einem bestimmten Zeitpunkt kein Vetorecht zur weiteren Nutzung des Geländes hat.

Investitionen in Valencia werden verschoben

Am Mittwochabend hatte Ford mitgeteilt, dass die geplante Millionen-Investitionen in sein Werk in Valencia verschoben werden. Zur Begründung erklärte der Autokonzern, es gebe "einen veränderten Ausblick für Europa". Details wurden nicht genannt. Konkret zog Ford einen Antrag auf 100 Millionen Euro Fördergelder in Spanien zurück.

Ford hatte sich erst Ende Juni für Valencia als Fertigungsstandort für E-Autos entschieden. Im internen Bieterduell hatte Saarlouis gegen den Standort in Spanien verloren. 

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Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 25.08.2022 berichtet.

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