Geldtransporter der Firma Prosegur (Foto: dpa/Stefan Sauer)

Einigung im Tarifstreit der Geldboten

mit Informationen von Karin Mayer   04.01.2019 | 16:31 Uhr

Im Tarifstreit der Geldboten gibt es eine vorläufige Einigung. Die Arbeitgeber und die Gewerkschaft Verdi verständigten sich in Berlin auf schrittweise Lohnerhöhungen. Zuvor hatte es mehrere Warnstreiks gegeben, unter anderem auch im Saarland.

Die Stundenlöhne im Geldtransport steigen zum 1. Februar um knapp 90 Cent auf 14,91 Euro. Eine zweite Lohnerhöhung folgt Anfang 2020. Dann erreichen die Geldboten einen Stundenlohn von 15,80 Euro. Darauf haben sich die Gewerkschaft Verdi und die Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste nach 14-stündiger Verhandlung geeinigt. Der neue Tarifvertrag für die rund 12.000 Beschäftigten gilt für zwei Jahre.

Dennis Dacke von Verdi Rheinland-Pfalz-Saarland sagte, der Abschluss sei eine Erfolg und zeige, dass der Warnstreik richtig war. Der Betriebsratsvorsitzende von Prosegur in Neunkirchen, Reiner Baumgarten, freut sich über eine spürbare Lohnerhöhung für die Mitarbeiter. Durch den Warnstreik sei es auch gelungen, Lohnunterschiede zwischen den Bundesländern schrittweise anzugleichen.

Tarifeinigung "weit über der Schmerzgrenze"

Der Arbeitgeberverband, die Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW) spricht dagegen von einem Tarifabschluss, der weit über die Schmerzgrenze hinausgehe. Bargeld-Handling werde dadurch deutlich teurer. Die Lohnerhöhung beträgt laut BDGW je nach Tätigkeit zwischen 14,4 und 17,1 Prozent über den Zeitraum von zwei Jahren.

Arbeitgeber und Gewerkschaften verweisen darauf, dass die Tarifvertragsparteien dem Ergebnis noch zustimmen müssen. Der Arbeitgeberverband BDGW hat hierzu eine außerordentliche Mitgliederversammlung am 21. Januar angesetzt. Nach Angaben des BDGW geht die Einigung weit über die Vorgaben der Mitgliedsunternehmen hinaus.


Zuvor hatte es gleich mehrere Tage hintereinander Warnstreiks der Beschäftigten gegeben. Bundesweit hatten sich 3000 der rund 12.000 Beschäftigten von Geldtransportunternehmen daran beteiligt, darunter auch Beschäftigte von Prosegura in Neunkirchen. Bei der Sparda Bank Südwest zeigten sich bereits erste Auswirkungen. Dort wurden beispielsweise Geldautomaten nur noch teilweise befüllt.

Prosegur-Demo in Neunkirchen
Audio [SR 3, Karin Mayer, 04.01.2019, Länge: 02:53 Min.]
Prosegur-Demo in Neunkirchen
Der bundesweite Warnstreik der Beschäftigten in der Geld- und Wertbranche ging auch im Saarland in die nächste Runde: Geldtransporteure von Prosegur mit rund 160 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in der Region demonstrierten am 4. Januar in Neunkirchen für bessere Löhne. SR-Reporterin Karin Mayer war vor Ort.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 04.01.2019 berichtet.

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