Eine Regionalbahn der Deutschen Bahn fährt in einen Bahnhof ein. (Foto: dpa/Lukas Schulze)

Neue Züge mit Strom und Akku

  20.09.2020 | 13:17 Uhr

Die Zugstrecke Saarbrücken-Zweibrücken-Pirmasens soll moderner innovativer und umweltfreundlicher werden. Ab Ende 2025 sollen die Diesel-Regionalbahnen durch batterielektrische Züge ersetzt werden.

Die europaweite Ausschreibung laufe noch bis Ende März, sagte der stellvertretende Direktor des Zweckverbands Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd (ZSPNV), Matthias Paul, dem SR. Man habe angesichts der Klimakrise nicht noch einmal 25 Jahre Diesel ausschreiben wollen, sondern bevorzuge eine umweltfreundlichere Lösung.

Das Besondere an den neuen Zügen: Sie fahren, sofern eine Oberleitung vorhanden ist, durch Strom. Da aber an Teilen der Strecke noch kein Fahrdraht vorhanden sein wird, werden die Regionalbahnen auf diesen Abschnitten mit Akku betrieben.

"Umweltbilanz weiter verbessern"

Das saarländische Verkehrsministerium, das für die Ausschreibung für den Teil der Strecke im Saarland zuständig ist, sieht in den neuen Zügen eine wichtige Innovation. „Die Schiene zählt zu den ökologischsten aller Verkehrsmittel. Um die gute Umweltbilanz im Saarland weiter zu verbessern, werden Dieselantriebe durch elektrische Antriebe ersetzt und der Strom möglichst aus regenerativen Quellen gewonnen“, sagte eine Ministeriumssprecherin. Aktuell seien bereits über 80 Prozent aller Schienenstrecken im Saarland elektrifiziert.

Kritik von Plattform Mobilität

Die verbleibenden nichtelektrifizierten Lücken im saarländischen Netz mit einer Oberleitung auszustatten, sei sehr kostenintensiv. Daher seien bisher auch Dieselfahrzeuge zum Einsatz gekommen. Diese Lücken könne man in Zukunft mit batterieelektrischen Zügen schließen. Das führe zu einer weiteren Verbesserung der Umweltbilanz.

Die Plattform Mobilität begrüßte die neuen Züge ab Ende 2025, übt aber auch Kritik. Auf der Strecke zwischen Rohrbach und Zweibrücken und weiter nach Pirmasens und Landau werde es in absehbarer Zeit keinen Fahrdraht geben. „Während wir in Deutschland bei rund 60 Prozent liegen, sind die Schweizer Bahnstrecken komplett unter Fahrdraht“, sagte der Vorsitzende der Plattform, Erhard Pitzius.

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