Ein barrierefreier Bahnhof (Foto: dpa)

VdK fordert mehr barrierefreie Bahnhöfe

Michael Schneider / Onlinefassung: Rebecca Kaiser   23.11.2016 | 19:20 Uhr

Das Saarland ist bundesweit Schlusslicht bei den barrierefreien Bahnhöfen. Darauf hat der Sozialverband VdK hingewiesen. Demnach sind nur 56 Prozent der 77 saarländischen Bahnhöfe stufenlos, also etwa für Rollstuhlfahrer erreichbar.

Der VdK fordert daher einen verstärkten Ausbau zur Barrierefreiheit im Saarland, so wie die geplante Sanierung des Sulzbacher Bahnhofs. Dort gibt es momentan weder Rampen noch einen Aufzug. Wer zum Bahnsteig möchte, muss viele Stufen hinauf. Im Frühjahr sollen dort die Umbaumaßnahmen beginnen. Grund für den Umbau sind in Sulzbach aber nicht die Zahl der Reisenden, sondern das Krankenhaus und eine Seniorenresidenz in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof.

Wie der Sulzbacher Bürgermeister Michael Adam (CDU) erklärte, wird es dabei folgende Schwerpunkte geben: "Es wird ein Aufzug eingebaut, der Mittelbahnsteig erhöht und die Beleuchtung erneuert." Für die Sanierung im Frühjahr habe die Stadt Sulzbach auch bereits eine Zusage vom Verkehrsministerium und der Deutschen Bahn.

VdK fordert den Umbau von 34 Bahnhöfen

Für den Sozialverband VdK bleibt aber noch viel zu tun. Es müssten noch 34 Bahnhöfe im Saarland umgebaut werden, so dass auch behinderte Menschen sie nutzen können. "Zu einem barrierefrei ausgebauten Bahnhof gehört, dass man ohne Stufen hinein und auf die Bahnsteige kommt", so Armin Lang, Landesvorsitzender des VdK. Das könne mit einem Aufzug erreicht werden. Außerdem müsse der Bahnsteig höher gelegt werden, so dass die Menschen auch in den Zug einsteigen können. Zudem sollte der Bahnhof auch ein Leitsystem für Sehbehinderte haben.

Leitsysteme für Sehbehinderte

So ein System gibt es in Fischbach-Camphausen, ebenso eine Rampe für gehbehinderte Menschen. Allerdings werden Reisende, die aus dem oberen Ortsteil mit Rollator oder Rollstuhl kommen, von einer langen Treppe gestoppt und müssen deshalb einen Umweg gehen. Deshalb sei Fischbach-Camphausen auch nur "ein pseudo-barrierefreier Bahnhof", so Eberhard Pitzius vom Verkehrsclub Deutschland LV Saar. Das mache wenig Sinn, so Pitzius weiter, "wir brauchen Bahnhöfe mit direktem barrierefreiem Zugang, ohne dass man einen Umweg gehen muss."

240.000 Menschen mit Behinderung im Saarland

Der VdK hat rund 200 Ortsverbände im Saarland und will damit in den Dörfern und Gemeinden Druck machen. Man werde Bürgermeister und Ortsräte auf den Wert von Barrierefreiheit hinweisen. Denn im Saarland leben laut Sozialverband 240.000 Menschen mit einer Behinderung, das seien doppelt so viele wie im Bundesschnitt. Nach Auskunft der Bahn werden in Deutschland pro Jahr 100 Stationen barrierefrei ausgebaut. Im Saarland ist derzeit der Umbau von weiteren 13 Bahnhöfen geplant. 

Über dieses Thema wurde auch im aktuellen bericht vom 23.11.2016 berichtet.

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