Ein ICE der Deutschen Bahn (Foto: Pixabay/hpgruesen)

Keine Zusagen zu besserer Bahnanbindung

Christoph Grabenheinrich   03.04.2019 | 20:07 Uhr

Das Saarland verfügt auf der Schiene nur noch über wenige Fernverkehrsverbindungen. Landesregierung und Opposition sorgen sich deswegen um die Attraktivität des Landes und verweisen auf die Pflicht des Bundes, für gleichwertige Lebensverhältnisse zu sorgen. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) reagiert darauf ausweichend.

Abgekoppelt – das ist ein Wort, das im Zusammenhang mit der Bahn im Saarland häufig fällt. Seit den 1990er Jahren wurden die Fernverkehrsverbindungen halbiert. Direktverbindungen gibt es derzeit nur nach Frankfurt, München, Stuttgart und Berlin. Landesregierung und der Verkehrsclub Deutschland fordern immer wieder einen Ausbau des Angebots. Dazu gehören zusätzliche Direktverbindungen nach Bonn, Köln und Düsseldorf, sowie ins Ruhrgebiet und mehr Angebote als bislang nach Frankfurt, München und Berlin.

Video [aktueller bericht, 03.04.2019, Länge: 3:35 Min.]
Bundesverkehrsminister Scheuer zu Bahnanbindungen im Saarland

Doch ein Ausbau ist Sache des Bundes, der laut Grundgesetz verpflichtet ist, dass „dem Wohl der Allgemeinheit, insbesondere den Verkehrsbedürfnissen [...] Rechnung getragen wird.“ Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), der anlässlich des Verkehrsministergipfels zu Gast im Saarland ist, bremste jedoch die Erwartungen. Zwar habe er das Thema mit seiner saarländischen Amtskollegin Anke Rehlinger bereits mehrfach diskutiert und ihr dabei seine Unterstützung zugesagt. Aber: "Da ist jetzt noch nichts festgelegt." Man dürfe den Blick nicht nur auf den Ausbau legen, sondern auf das Management von Mobilität.

Grüne und FDP werfen dem Minister Tatenlosigkeit vor

Scheuer hat saarländische Bahnverbindungen im Blick
Audio [SR 3, (c) Stephan Deppen, 03.04.2019, Länge: 02:36 Min.]
Scheuer hat saarländische Bahnverbindungen im Blick

Keine Festlegung gibt es auch beim weiteren Ausbau des sogenannten Nordastes, der Strecke Paris–Saarbrücken–Frankfurt. Sehr zum Ärger der Grünen, die den Verkehrsminister in punkto Bahn für einen Totalausfall halten. "Wir müssen dafür sorgen, dass wir nach Mannheim eine schnelle Verbindung bekommen. Dafür muss man die Strecke durch den Pfälzer Wald entsprechend ertüchtigen", sagte der grüne Bundestagsabgeordnete Markus Tressel. "Da ist absolute Fehlanzeige auch im neuen Bundesverkehrswegeplan. Die Bahn und das Bundesverkehrsministerium sagen, die Strecke wird nicht weiter ertüchtigt. Und das ist ein Problem auch für die Attraktivität des Saarlandes."

Ähnlich mau sieht die mittelfristige Zukunftsperspektive auf derselben Strecke Richtung Westen aus, also nach Paris, sagt Oliver Luksic, Bundestagsabgeordneter der FDP: "Der Nordast muss beschleunigt werden, also die TGV-Verbindung über Saarbrücken. Und da wäre es dringend nötig, in Frankreich nachzuhaken, die Vereinbarung von Baudrecourt umzusetzen, also zwischen Forbach und Baudrecourt die Strecke zu beschleunigen. Das hat in den letzten Jahren nicht stattgefunden, da habe ich bereits mehrfach nachgefragt."

Derzeit ist der Südast über Straßburg die schnellere Strecke, obwohl laut einem Staatsabkommen von 1992 keine der beiden Routen benachteiligt werden darf. Auch eine Aufstockung des Zug-Angebots soll es auf der Strecke über Saarbrücken erstmal nicht geben, das zeigt die Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage der Grünen.

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht am 03.04.2019 berichtet.

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