Ein Regionalexpress der Deutschen Bahn fährt am Bahnsteig vorbei (Foto: picture alliance/Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa)

500 Bahnjobs im Saarland gefährdet

Karin Mayer / Onlinefassung: Thomas Braun   17.05.2020 | 17:05 Uhr

Der geplante Stellenabbau bei der Bahn wird nach Einschätzung des Landesvorsitzenden der Eisenbahn-Verkehrsgewerkschaft EVG Saar, Ralf Damde, auch die Beschäftigten im Saarland treffen. Damde fürchtet, dass 500 Jobs wegfallen könnten.

Verkehrspolitik dürfe nicht allein aus Berliner Perspektive gemacht werden, sagte Gewerkschafter Damde. Bei einem Bündnis für Beschäftigung und Mobilität müssten deshalb auch Vertreter aus der Region mit am Tisch sitzen.

Ende des Bahnstandortes im Saarland?

Bundesweit stehen nach Gewerkschaftsangaben mehr als 10.000 Arbeitsplätze auf der Kippe, etwa 500 davon im Saarland. Das wäre das Ende des Bahnstandortes, so Damde. Der Vorschlag, die Ausbildungszahlen zu halbieren, sei mit der EVG nicht zu machen. Durch die Pläne rückten die Verkehrswende und die Klimaschutzziele in weite Ferne.

Die Bahn hat durch die Corona-Krise bis zu 90 Prozent der Fahrgäste im Fernverkehr verloren. Das Bundesfinanzministerium will die Verluste nun durch Milliardenzuschüsse ausgleichen, verlangt aber Einsparungen von der Bahn, auch beim Personal. Der Konzernbevollmächtigte der Bahn im Saarland, Klaus Vornhusen, war zu einer Stellungnahme nicht bereit. Aus Bahnkreisen heißt es: Es werde dauern, bis die Bahn wieder die Fahrgastzahlen vor dem Corona-Ausbruch erreiche. Das Thema Klimaschutz und Verkehrswende werde aber wieder aktuell werden, dann werde wieder mehr über öffentlichen Verkehr gesprochen. 

Aktuell hat die Bahn im Saarland nach Gewerkschaftsangaben rund 2000 Beschäftigte, bundesweit 211.000.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 17.05.2020.

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