Ein ICE bei der Premierenfahrt 2007 von Frankfurt/Main über Saarbrücken nach Paris (Foto: dpa)

VCD will weitere Paris-Verbindung ab Saarbrücken

Mit Informationen von Bettina Rau   29.08.2019 | 21:13 Uhr

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) fordert von der Deutschen Bahn einen Ausbau der Fernverkehrsverbindungen des Saarlandes. Dazu gab es am Mittwoch in Saarbrücken eine Diskussionsveranstaltung mit Vertretern der Bahn.

In weniger als zwei Stunden von Saarbrücken nach Paris – das ist weder mit dem Auto noch mit dem Flugzeug zu schaffen – näher als manche deutsche Großstadt. Entsprechend wird die Strecke von den Saarländern genutzt. Täglich gibt es vier Direktverbindungen zwischen der französischen Hauptstadt, Saarbrücken und Frankfurt.

Video [aktueller bericht, 29.08.2019, Länge: 3:46 Min.]
Diskussion um Bahnfernverkehr im Saarland

Vornhusen: Saarland kann stolz sein

Das soll auch so bleiben, wenn es nach Thomas Vornhusen geht, dem Bahn-Konzernbevollmächtigten für das Saarland. Man könne wirklich stolz darauf sein. „Es ist ein gutes Netz, und die vier Züge von Frankfurt über Saarbrücken nach Paris sind eine gute Ergänzung.“ Derzeit verhandele man mit der SNCF darüber, diese Verbindung zu erhalten.

Am Mittwochabend trafen sich am Hauptbahnhof Vertreter der Bahn mit Fahrgastverbänden und Interessierten. Den einen sind schnellere Verbindungen in deutsche Großstädte wichtiger, andere wie der VCD bedauern es, dass die Strecke auf deutscher Seite nach Frankfurt noch nicht ausgebaut wurde. Sie fordern außerdem mehr Züge zwischen Saarbrücken und Paris.

VCD will fünften Paris-Zug

Das Angebot sei 2007 mit fünf Zügen gestartet, sagte Werner Ried vom VCD dem SR. „Damals war die Nachfrage auch schon sehr hoch. Heute ist sie noch größer.“ Der VCD wünscht sich hier, dass es künftig wieder eine fünfte Zugverbindung über Saarbrücken geben könne statt über Straßburg.

Zusammen mit dem ehemaligen Bundesverkehrsminister Reinhard Klimmt (SPD) hatte Ried einen Ringzug für die Großregion vorgeschlagen. Daran zeigte auch Bahn-Vertreter Vornhusen Interesse. „Ich persönlich wäre sehr dafür, dass das, was heute als Nahverkehr in der Quattropole angeboten wird, also in Saarbrücken, Metz, Luxemburg und Trier, weiterentwickelt und konzeptuell enger zusammengeschlossen wird.“ Der gebrochene Verkehr zwischen Saarbrücken und Metz solle durchgängig werden. Der kürzlich zwischen der Bundesregierung und der französischen Regierung geschlossene Aachener Vertrag biete dafür gute Chancen.

Niedtalbahn soll wiederbelebt werden

Ein Thema für die Bahn ist die Wiederbelebung von Strecken wie etwa der Niedtalbahn. Einmal im Jahr, zu Karfreitag, fährt sie bis Bouzonville. Der VCD sieht hier Potential. „In jedem Fall brauchen wir für Bouzonville schon aus Gründen des Güterverkehrs für die Stahlindustrie, aber auch für den Personenverkehr eine gut ausgebaute Strecke.“ Die Infrastruktur müsse digitalisiert, die Strecke grenzüberschreitend elektrifiziert werden. Finanziert werden solle das mit Geld von der EU. Ried: „Da erwarte ich deutlich mehr von Ministerin Rehlinger und ihrem Team.“

Das Saarland, so der Bahn-Konzernbevollmächtigte Vornhusen, sei alles andere als abgehängt. Die Zuwächse bei den Fahrgastzahlen zeigten, dass der grenzüberschreitende Verkehr angenommen werde.

Über dieses Thema hat auch der „aktuelle bericht“ im SR Fernsehen vom 29.08.2019 berichtet.

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