Monika Bachmann (Foto: IMAGO / BeckerBredel)

Bachmann auch für Ende der epidemischen Lage

  19.10.2021 | 16:46 Uhr

Saar-Gesundheitsministerin Monika Bachmann hat sich für ein Ende der epidemischen Lage ausgesprochen. Sie unterstützt damit einen Vorschlag von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Bundesweit hat der Vorstoß für Diskussionen gesorgt.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich am Montag bei der Gesundheitsministerkonferenz dafür ausgesprochen, die epidemische Lage von nationaler Tragweite, die derzeit bis 25. November befristet ist, nicht weiter zu verlängern.

Sie bildet die rechtliche Grundlage für die Corona-Maßnahmen des Bundes. Läuft sie aus, könnten auch die Länder bei den Maßnahmen mitentscheiden.

Unterstützung für seinen Vorstoß erhält Spahn jetzt auch von der saarländischen Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU). Das Saarland liege mit seiner Impfquote von 82,7 Prozent bei vollständig geimpften Personen über 18 Jahren deutlich über dem Bundesschnitt. Insgesamt sind es im Saarland derzeit 73 Prozent.

Stand der Impfungen im Saarland

Außerdem seien im Saarland bereits in vielen Alten- und Pflegeeinrichtungen Auffrischimpfungen durchgeführt worden. "Deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt, den Übergang von der epidemischen Lage zu schaffen", begründete Bachmann.

Gleichzeitig spricht sich die CDU-Gesundheitsministerin dafür aus, dass 3G- und Abstandsregeln weiter eingehalten werden. "Dies wäre ein konsequenter Weg zurück in eine neue Normalität", so Bachmann.

Bundesweit gemische Reaktionen

Bundesweit gab es geteilte Reaktionen auf Spahns Vorstoß. Zustimmung gab es unter anderem von Seiten der Politik und von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Kritik kam hingegen von der Deutschen Stiftung Patientenschutz und von SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach.

Die Pandemie sei noch nicht vorbei, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung für Patientenschutz, Eugen Brysch der Nachrichtenagentur dpa. Es würden aktuell mehr über 80-Jährige mit einer Corona-Infektion im Krankenhaus behandelt als vor einem Jahr, obwohl die meisten in dieser Altersgruppe geimpft seien.

Lauterbach befürchtet, dass der Winter als Covid-Problem unterschätzt werde. Es brauche mehr Erfolg beim Impfen, eine sinkende Inzidenz und einen Schutz der Kinder. Erst dann könne der Bundestag die Epidemie beenden.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 19.10.2021 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja