Ein Elektroauto lädt auf einem Parkplatz an einer Ladesäule. (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Hendrik Schmidt)

Ukraine-Krieg verschärft Lieferprobleme bei E-Autos

Anne Staut   26.03.2022 | 12:10 Uhr

Der Krieg in der Ukraine hat auch Auswirkungen auf die Automobilindustrie. Die bereits bestehenden Lieferprobleme bei E-Autos haben sich weiter verschärft. Derzeit erhalten Kunden keine garantierten Liefertermine mehr. Das bringt auch Probleme mit dem staatlichen Umweltbonus mit sich.

Angesichts der hohen Spritpreise ist auch im Saarland die Nachfrage nach E-Autos deutlich gestiegen. Allerdings könnte sich das möglicherweise bald wieder ändern. Denn aufgrund des Krieges verschärfen sich die derzeit ohnehin bereits bestehenden Lieferprobleme bei Elektroautos weiter.

Keine garantierten Liefertermine

"Mit dem Krieg sind weitere Verzögerungen zu erwarten", sagt Pascal Strobel vom Netzwerk der saarländischen Automobilindustrie, Automotive Saarland. Zu dem bestehenden Halbleitermangel komme hinzu, dass es nun auch an Kabelbäumen fehle, die in der Ukraine produziert würden.

Das hat Auswirkungen auf die Liefertermine für die E-Autos. Wer jetzt ein E-Auto bestellt, bekommt keine sichere Zusage, wann er sein Auto erhält. "Garantierte Liefertermine gibt es derzeit nicht mehr", bestätigt Autoverkäufer Kay Berger von der Auto Galerie Saar, die im Saarland an vier Standorten vertreten ist.

"Der Kunde trägt das Risiko"

Für die Kunden sind die ungewissen Lieferzeiten deshalb nicht nur ärgerlich, sie können auch bares Geld kosten. Denn für rein elektrisch betriebene Elektroautos gibt es derzeit zwar noch einen sogenannten Umweltbonus von bis zu 9000 Euro.

Allerdings ist die Innovationsprämie an die Zulassung des Elektroautos gekoppelt und soll nach derzeitigem Stand Ende des Jahres auslaufen. Wer sein Auto erst im nächsten Jahr erhält, hat damit voraussichtlich nicht mehr die Möglichkeit, die Prämie zu beantragen. Über dieses Problem hatte auch die tagesschau bereits berichtet.

Der dadurch entstehende Mehrbetrag kann auch von den Autohäusern nicht ausgeglichen werden. "Das Risiko, dass die Innovationsprämie nicht mehr ausgezahlt wird, trägt der Kunde", so Berger.

Möglicher Ausweg: Verlängerung der Prämie

Die Innovationsprämie war Ende des Jahres vom Bundesministerium für Umwelt und Klimaschutz um ein Jahr verlängert worden. Ob sie erneut verlängert wird, werde im Laufe des Jahres noch bewertet werden müssen, so Strobel.

Er zeigt sich jedoch optimistisch: Elektroautos seien ohne Subventionen derzeit noch teurer als konventionelle Fahrzeuge. Er gehe deshalb davon aus, dass die Prämie verlängert werde, "weil die preisliche Wettbewerbsfähigkeit im Massenmarkt ohne Subventionen noch nicht gegeben ist."

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