Flaggen mit dem Logo von Bündnis 90/Die Grünen wehen unter einer grauen Wolkendecke. (Foto: picture alliance/dpa/Marijan Murat)

Streit bei Saarbrücker Grünen um Stellenausschreibung

Thomas Gerber   07.05.2021 | 11:46 Uhr

Die Ausschreibung der Stelle des Saarbrücker Kulturdezernenten sorgt für parteiinternen Streit bei den Grünen. Eine Ortsverbandsvorsitzende hat sich hilfesuchend an die Bundespartei gewandt.

Die Ausschreibung des Saarbrücker Kulturdezernenten sorgt für Zwist bei den Grünen. In einem Brandbrief der Vorsitzenden des Ortsverbands Halberg, Anne Lahoda, an Bundesgeschäftsführer Michael Kellner heißt es, die Ausschreibung erwecke den Anschein, als sei sie gezielt auf den Chef der Grünen Stadtratsfraktion, Torsten Reif, "gestrickt". Der verfüge aber leider über "keine fachlichen Vorkenntnisse im Bereich Kultur und Bildung".

Indirekt ruft Lahoda Kellner auf, sich von der Bundesebene aus einzuschalten. In ihrem Schreiben bezeichnet sie den Vorgang als "beschämend". Er könne dazu beitragen, den Erfolg der Grünen bei der Bundestagswahl zu schmälern. Freunde und Bekannte seien vermehrt auf sie zugekommen und hätten die Grünen aufgrund der Vorgänge als inzwischen "unwählbar" bezeichnet.

Stelle ab September zu besetzen

Die Stelle des Saarbrücker Kulturdezernenten ist ab September neu zu besetzen, da der bisherige Amtsinhaber Thomas Brück von den Grünen in den Ruhestand geht. Innerhalb der Jamaikakoalition im Stadtrat wurde vereinbart, dass die Grünen das Vorschlagsrecht für die Wiederbesetzung der Stelle haben.

Ein Antrag der SPD, in den Ausschreibungstext auch einen Passus über Erfahrungen in den Bereichen Kultur, Bildung und Jugend aufzunehmen, war von der Jamaikakoalition im Stadtrat abgelehnt worden.

Es ist nicht die erste Personalie der Jamaika-Koalition, die im Saarbrücker Rathaus für Streit sorgt. Bereits bei der Besetzung um den Baudezernenten hatte es Unstimmigkeiten gegeben.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 07.05.2021 berichtet.

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