Kinder besuchen eine Kita. (Foto: dpa-Zentralbild | Monika Skolimowska)

Kita-Auslastung noch immer hoch

Daniel Dresen   06.02.2021 | 08:51 Uhr

Viele saarländische Eltern nutzen im zweiten Lockdown weiterhin die Betreuungsangebote in den Kitas. Laut der Gewerkschaft Verdi unterscheidet sich die Auslastung je nach Träger stark. Daher fordert sie klare Regeln von der saarländischen Landesregierung.

Die Situation in den saarländischen Kitas hat sich in den vergangenen Wochen teilweise verschlechtert. Es gebe zu viele Einrichtungen, die fast im Normalbetrieb seien, sagte der Kita-Experte von Verdi der Region Trier Saar, Stefan Schorr.

Bei kommunalen Trägern reiche die Auslastung derzeit von 30 bis 90 Prozent. So beträgt beispielsweise die durchschnittliche Auslastung bei den Kitas der Landeshauptstadt Saarbrücken nach eigenen Angaben 32 Prozent. Die Krippen seien im Schnitt zu 52 Prozent ausgelastet.

Bei kirchlichen Trägern im Saarland hingegen schwankt laut Verdi die Kita-Auslastung derzeit zwischen 30 und 40 Prozent. Leicht über diesem Schnitt liegt der größte Träger, die Katholische Kita gGmbH Saarland.

Ansprache der Träger entscheidend

Ende vergangener Woche betrug hier nach eigenen Angaben die Auslastung im Kita-Bereich 37 Prozent und im Krippenbereich 61 Prozent – ein leichter Zuwachs im Vergleich zur SR-Anfrage von Mitte Januar. "Wir erleben bei den Eltern weiterhin einen sehr verantwortungsbewussten Umgang mit der Situation. Der Aufruf des Ministeriums, die Kinder möglichst zuhause zu betreuen, stößt bei vielen Eltern auf Verständnis und wird nach Möglichkeit mitgetragen", teilt der katholische Träger mit Sitz in Dillingen mit.

Einheitliche Vorgaben gefordert

Entscheidend sei laut Verdi-Vertreter Schorr, wie die Träger mit den Eltern in dieser Ausnahmesituation kommunizieren. "Es macht einen Unterschied, ob ich eine Bedarfsumfrage an die Eltern stelle, welche Kinder betreut werden müssen, oder ich klar sage, dass nur Kinder gebracht werden sollen, wenn eine anderweitige Betreuung nicht möglich ist", so der Gewerkschaftler. Er fordert deshalb einheitliche Vorgaben seitens der saarländischen Regierung für alle Kitas, wie es sie noch während des ersten Lockdowns gab.

Im Frühjahr 2020 konnten nur Eltern aus systemrelevanten Berufsgruppen ihre Kinder in die Notbetreuung bringen. Aktuell können die Eltern selbst entscheiden, ob sie ihr Kind in die Kita bringen oder zuhause betreuen – unabhängig von der Berufsgruppe. In der jetzigen Situation fühlten sich Träger und Eltern oft von der Landesregierung im Stich gelassen, so Schorr. Schon Mitte Januar hatte die Bildungsgewerkschaft GEW eine Rückkehr zur Notbetreuung gefordert.

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