Das Treffen der Sammlungsbewegung "aufstehen" in Saarbrücken-Burbach (Foto: imago/Becker&Bredel)

"Aufstehen": Erstes Treffen in Burbach

Carolin Dylla   23.10.2018 | 07:27 Uhr

Die Sammlungsbewegung „aufstehen“ von Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine ist am Montagabend auch im Saarland offiziell gestartet. Rund 350 Menschen waren zu der Veranstaltung im Bürgerhaus Burbach gekommen.

Studiogespräch: "Sammelsurium, eine Richtung ist noch nicht drin"
Audio [SR 3, Carolin Dylla, 23.10.2018, Länge: 03:28 Min.]
Studiogespräch: "Sammelsurium, eine Richtung ist noch nicht drin"

Die Stuhlreihen waren komplett besetzt – viele Teilnehmer hatten nur noch Stehplätze gefunden. Das Publikum in Burbach: ein Mix aus Linken-Politikern und –parteimitgliedern, Gewerkschaftsvertretern und interessierten Bürgern. In seiner Rede sagte „aufstehen“-Mitbegründer Oskar Lafontaine, die Bewegung wolle sich im Wesentlichen auf drei Ziele konzentrieren: soziale Gerechtigkeit, Friedenspolitik und ein umweltgerechtes Wirtschaften. Dass sich bei Themen wie Lohndumping, Altersarmut und Mieten etwas ändern muss – darüber waren sich die Anwesenden einig.

Anders beim Thema Migration. Der Kabarettist Detlev Schönauer nannte die Forderung nach offenen Grenzen „weltfremd“ – und betonte, man dürfe nicht alle AfD-Wähler als rechtsextrem abstempeln. Er wolle „aufstehen“ nicht als linke Sammlungsbewegung verstanden wissen – sondern als Bewegung für alle, die sich durch die Politik nicht mehr repräsentiert fühlen. Sein Auftritt hatte schon im Vorfeld bei einigen Unterstützern von „aufstehen“ für Unmut gesorgt.

Kritik an der Bewegung

Video [aktueller bericht, 23.10.2018, Länge: 3:44 Min.]
Linke Sammlungsbewegung trifft sich in Burbach

Unter dem Titel „aufstehen gegen aufstehen“ äußerte auch die Satirepartei Die Partei Kritik an der Bewegung. Diese sei ein Sammelsurium unterschiedlicher – auch rechter – Positionen unter einem linken Label. Auf konkrete inhaltliche Projekte haben sich die Mitglieder auf dem rund zweieinhalbstündigen Treffen nicht geeinigt – sie sammelten aber Vorschläge, wie sie sich weiter organisieren wollen.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 23.10.2018 berichtet.

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