Feldbetten stehen in einer Notunterkunft für ukrainische Flüchtlinge. (Foto: picture alliance/dpa | Julian Weber)

Zu wenig Wohnraum für Geflüchtete im Saarland

Mit Informationen von Manuela Weichsel   01.08.2022 | 20:46 Uhr

Die Zahl der Geflüchteten aus der Ukraine, die im Saarland unterkommen sollen, steigt. Gleichzeitig steht den Kommunen zu wenig Wohnraum zur Verfügung. Der Saarländische Städte- und Gemeindetag fordert deshalb mehr Unterstützung bei der Unterbringung von ukrainischen Kriegsflüchtlingen.

Die Aufnahme von Geflüchteten stellt die Kommunen im Saarland zurzeit vor Herausforderungen. Denn viele Gemeinden können nicht so schnell Wohnraum bereitstellen, wie er eigentlich für die Geflüchteten benötigt wird.

Video [aktueller bericht, 01.08.2022, Länge: 03:26 Min.]
Probleme bei der Unterbringung von Flüchtlingen in den Kommunen

Andere Verteilung durch den Bund

Ein Grund dafür sei, dass der Bund inzwischen auf eine gleichmäßige Verteilung der Flüchtlinge in ganz Deutschland hinwirke, erklärt der Landrat des Landkreises Saarlouis, Patrik Lauer (SPD).

Das führe dazu, dass das Saarland, das bisher zu wenige Flüchtlinge zugeteilt bekommen hat, nun entsprechend mehr bekomme. Im Landkreis Saarlouis wurde nun die Notunterkunft in Wadgassen wieder reaktiviert.

Flüchtlingsgeschehen dynamisch

"Wir haben immer noch einen Nachholbedarf von 2000 Flüchtlingen um auf den Durchschnitt der übrigen Bundesländer zu kommen", so Lauer. Erst dann würde das Saarland seine Verpflichtung erfüllen.

Das Flüchtlingsgeschehen sei dynamisch, sagte der stellvertretende Präsident des Städte- und Gemeindetages, Jörg Aumann, im SR-Interview. "Es ist in der Tat so, dass wir am Anfang auf eine Welle gewartet haben, die zunächst einmal nicht kam."

60 bis 80 Geflüchtete am Tag

Inzwischen kämen aber auch ins Saarland regelmäßig neue Flüchtlinge. Derzeit seien es rund 60 bis 80 Geflüchtete pro Tag. Das stelle die Kommunen vor Probleme, erklärte Aumann.

Er kritisierte zudem, dass es im Saarland noch keine verbindliche Aussage darüber gebe, wie zusätzliche Bundesmittel verteilt werden könnten.

Ein weiterer Grund: Die Hilfsbereitschaft vom Anfang lasse nach, weil das Thema nicht mehr so präsent sei. Deswegen rufen viele Kommunen jetzt auch die Bevölkerung dazu auf, noch einmal zu überprüfen, ob irgendwo Wohnraum bereitgestellt werden kann.

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht am 01.08.2022 im SR Fernsehen berichtet.

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