Ein Transportflugzeug vom Typ Airbus A400M der Luftwaffe nach der Evakuierung aus Afghanistan. (Foto: picture alliance/dpa | Moritz Frankenberg)

Aufnahme afghanischer Ortskräften geht langsam voran

Felix Schneider   13.10.2021 | 10:41 Uhr

Seit der Evakuierungsmission der Bundeswehr aus Afghanistan vor zwei Monaten sind im Saarland 21 Ortskräfte untergekommen. Das Bundesinnenministerium hat dem Saarland bisher 14 weitere Personen zugewiesen. Dem Saarländischen Flüchtlingsrat geht das zu langsam.

19 Ortskräfte waren schon im Saarland angekommen, bevor die Bundeswehr ihre Evakuierungsmission in Afghanistan startete. 21 weitere sind nun in den letzten beiden Monaten hinzugekommen. Es sind Schutzsuchende, die die Bundeswehr bei ihrem Einsatz in Afghanistan unterstützt haben und die nun ins Visier der Taliban geraten.

Das Bundesinnenministerium hat dem Saarland 14 weitere Personen zugeteilt. Weitere Nachmeldungen sind aber weiterhin wahrscheinlich. Das Saarland muss laut Gesetz 1,2 Prozent der Ortskräfte aufnehmen. Das saarländische Innenministerium hat insgesamt etwa 100 Plätze in Unterkünften für die Schutzsuchenden vorbereitet – die Mehrzahl ist noch frei.

Flüchtlingsrat fordert mehr Tempo

Aufnahme afghanischer Ortskräfte geht langsam voran
Audio [SR 3, Felix Schneider, 13.10.2021, Länge: 00:37 Min.]
Aufnahme afghanischer Ortskräfte geht langsam voran

Dem Saarländischen Flüchtlingsrat dauert die humanitäre Mission zu lange. In einer solchen Ausnahmesituation müssten Aufnahmeprozesse beschleunigt werden. „Die Menschen fürchten um ihr Leben, sie sind auf der Flucht und möchten Afghanistan verlassen“, erklärt Tobias Schunk vom Saarländischen Flüchtlingsrat.

Er vermutet einen geringen politischen Willen: „Wir empfinden das als eine Art Hinhaltetaktik – wie bei den Familiennachzügen aus Afghanistan. Da hat sich seit Jahren bis zum Schluss nichts getan.”

Schutzsuchende werden auf Kommunen verteilt

Dem Saarland zugewiesene Ortskräfte kommen nach ihrer Einreise in die Bundesrepublik für drei bis fünf Tage in der Landesaufnahmestelle in Lebach unter. Nach einem gesundheitlichen Eingangscheck werden sie dann auf die saarländischen Kommunen verteilt.

Über dieses Thema berichten auch die SR-Hörfunknachrichten am 13.10.2021.

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