Grenzkontrolle bei Schengen (Foto: picture alliance/Christoph Reichwein/dpa)

Auch Ministerpräsident Hans gegen Corona-Grenzkontrollen

  14.07.2020 | 13:14 Uhr

In Luxemburg steigt die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten wieder an. Dennoch soll es Grenzkontrollen zum Großherzogtum nicht geben. Ministerpräsident Hans sagte, die Situation sei inzwischen völlig anders als im März.

Inzwischen habe man andere Strategien als Grenzkontrollen im Kampf gegen die Pandemie entwickelt, teilte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) mit: "Als es im März zu Grenzkontrollen kam, standen wir vor einer völlig anderen Situation, in der es keine Testungen und Nachverfolgungen von Infektionsketten gab. Luxemburg testet mehr als jedes andere europäische Land und hat bereits vor zwei Wochen, als die Infektionszahlen angestiegen sind, entsprechende Maßnahmen eingeleitet."

In der Großregion tausche man sich permanent zu Infektionszahlen und medizinischen Gütern aus. Ein grenzüberschreitendes Konzept gegen die Pandemie sei in Arbeit.

Die stellvertretende Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) sagte, "Wir werden keine erneuten Grenzschließungen machen, weder nach Frankreich noch nach Luxemburg."

Auch Seehofer gegen Grenzkontrollen

Am Montagabend hatte sich bereits Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) gegen neue Grenzkontrollen im Falle von steigenden Infektionszahlen ausgesprochen. Man habe mit den im Frühjahr zeitweise eingeführten Grenzkontrollen "nicht die besten Erfahrungen gemacht", sagte er im Innenausschuss des Europaparlaments.

Derzeit steigen vor allem die Coronazahlen in Luxemburg wieder an. Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn begründet die vergleichsweise hohen Zahlen unter anderem damit, dass im Großherzogtum sehr viel getestet werde und auch viele Grenzgänger unter den positiven Covid-19-Fällen seien.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 14.07.2020 berichtet.

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