Ein Zug mit Castor-Behältern. (Foto: picture alliance/dpa)

Alle vier Tage rollt ein Atomtransport durchs Saarland

  17.05.2020 | 08:30 Uhr

Im Jahr 2019 rollten 86 Transporte mit Kernbrennstoffen durch das Saarland. Dies geht aus einer Antwort des Bundesumweltministeriums auf eine Anfrage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Markus Tressel hervor. Der Grünen-Politiker fordert ein Ende der Transporte durch dicht besiedelte Gebiete wie das Saarland.

Im vergangenen Jahr wurden laut Bundesinnenministerium 86 Kernbrennstofftransporte durch das Saarland geführt. Circa alle vier Tage sei hochgefährliches radioaktives Material per Bahn oder LKW durchs Land gerollt, kritisiert Markus Tressel, Bundestagsabgeordneter und Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Saar. In diesem Jahr seien bis zum 4. Mai 26 Transporte durch das Saarland transportiert worden.

Tressel: Sicherheitsrisiko zu groß

Tressel warnt vor einem Sicherheitsrisiko für die Saarländer und fordert ein Ende der Transporte. "Das Saarland ist eine dicht besiedelte Region, viele Wohngebiete befinden sich nahe oder unmittelbar an Bahn- und Autobahnstrecken. Bei einem Unfall könnten die Folgen verheerend sein", sagt der Grünen-Politiker. Atomtransporte durch dicht besiedelte Gebiete seien "unverantwortlich" und müssten "sofort untersagt" werden.

Forderung nach Stilllegung

Tressel vermutet, dass viele Atomtransporte aus den Nuklearfabriken in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen kommen. In den Fabriken werde Uran angereichert und Brennelemente für Atomkraftwerke im Ausland gefertigt. Der Verkauf dieser mache die "hochgefährlichen Transporte" auch durch das Saarland erst notwendig. Aus Geheimschutzgründen seien die genauen Transportrouten jedoch nicht bekannt. Tressel fordert daher die Stilllegung der Fabriken in Deutschland.

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