Gelbe Tonnen mit dem Radioaktiv-Zeichen (Foto: dpa/Sebastian Kahnert)

Die schwierige Suche nach einem Atommülllager

Thomas Braun / mit Informationen von Sarah Sassou   30.10.2019 | 09:46 Uhr

Die Bundesregierung sucht deutschlandweit nach einem möglichen Standort für ein atomares Endlager. Und auch wenn die geologischen Bedingungen im Saarland dafür eher ungünstig sind - definitiv ausgeschlossen ist es als Endlagerstandort noch nicht.

Berlin-Korrespondent Christopher Jähnert
Auf der Suche nach dem Atommüll-Endlager [25.04.2019]
Nach Jahrzehnten des Stillstands sollen öffentliche Info-Veranstaltungen und Diskussionsrunden im ganzen Land nun den Durchbruch bringen: Deutschland will bei der Suche nach einem Endlager für radioaktiven Abfall endlich fündig werden. Berlin-Korrespondent Christopher Jähnert im SR-Interview über den Stand der Dinge.

Man stelle an den Standort gewisse Mindestanforderungen, damit die Atommüllbehälter sicher lagern, sagte der Leiter des zuständigen Bundesamtes für kerntechnische Entsorgungssicherheit, Wolfram König, am Dienstagabend bei einer Infoveranstaltung in Saarbrücken. Das Gebiet dürfe zum Beispiel im Untergrund keine Schädigungen durch Erdbebenaktivität aufweisen. Auch Bergbaugebiete kämen nicht in Frage. Trotzdem schließe man im Augenblick noch keine Region als Standort aus, auch nicht das Saarland.

Nach dem Beschluss der Bundesregierung, bis zum Jahr 2022 aus der Atomkraft auszusteigen, sucht das Bundesamt in Deutschland eine geeignete Fläche für ein atomares Endlager. Dort sollen dann ab dem Jahr 2050 die Behälter mit radioaktivem Müll aus Atomkraftwerken lagern - im Idealfall für immer.

Video [aktueller bericht, 29.10.2019, Länge: 2:32 Min.]
Suche nach Standort für Atom-Endlager

Dicke Gesteinsschichten nötig

Endlager im Saarland?
Audio [SR 3, Sarah Sassou, 30.10.2019, Länge: 03:04 Min.]
Endlager im Saarland?

Erst wenn das Sammeln und Auswerten von geologischen Daten abgeschlossen ist, soll es Mitte des kommenden Jahres erste Vorschläge für mögliche Standorte geben. Eine wichtige Voraussetzung dabei ist, dass das Endlager von einer mindestens 100 Meter starken Schicht aus Granit, Salz oder Ton umgeben ist und mehrere Hundert Meter unter der Erde liegt. Am ehesten sind solche Gesteinsformationen in Norddeutschland, und Teilen von Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen und Thüringen zu finden.

tagesschau.de
Wohin mit dem Atommüll?
Erdbebensicher muss es sein und vor allem gut abgeschirmt: Das künftige Atommüll-Endlager. Am 24. April gab es eine Info-Veranstaltung des Bundes zur Endlagersuche. Die wichtigste Frage dabei: Ton, Salz oder Granit?

Über dieses Thema berichtete auch die SR 3 Rundschau am 30.10.2019.

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