Radioaktives Material im Fässern (Foto: dpa/Jens Wolf)

Saarland als Atommüll-Lager ungeeignet

  28.09.2020 | 11:12 Uhr

Das Saarland kommt als Gebiet für ein mögliches Atommüll-Endlager nicht infrage. Das geht aus einem am Montag veröffentlichten Zwischenbericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hervor.

Der Bericht listet 90 Gebiete in Deutschland auf, die nach Erkenntnissen von Experten günstige geologische Voraussetzungen für ein Endlager mit Atommüll haben. Das Saarland als einstiges Bergbauland ist nicht darunter.

Bergbau macht Lagerung schwierig

Der frühere saarländische Umweltminister Jo Leinen (SPD), der Mitglied im Nationalen Begleitgremium zur Endlagersuche ist, sieht darin eine gute Nachricht für das Saarland. "Wir haben kein Gestein, das für hochradioaktiven Müll geeignet ist."

Noch 2019 hatte das zuständige Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit das Saarland als möglichen Standort nicht definitiv ausgeschlossen, obwohl eine Lagerung hier schon damals als unwahrscheinlich erschien.

Stollen durchziehen das Land

Der Bergbau hat das kleinste Flächenland Deutschlands über mehr als 250 Jahre geprägt: Er ist zwar seit 2012 Geschichte, aber unter der Erde durchziehen kilometerlange Stollen und Gänge früherer Bergwerke das Land. Berücksichtigt man die Überlagerung einiger Gebiete, ist laut Bericht in Deutschland ein Anteil von 54 Prozent der Landesfläche als Teilgebiet ausgewiesen.

Teilgebiete liegen etwa in Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen, aber auch in den ostdeutschen Ländern. Der Salzstock Gorleben in Niedersachsen ist nicht darunter, wie aus dem Zwischenbericht hervorgeht. Nach Einschätzung Leinens ist die Debatte um Gorleben „wegen der Fehler in der Vergangenheit ziemlich vergiftet“.

Noch keine Vorfestlegung

Mit dem Zwischenbericht ist eine Vorfestlegung auf einen Standort noch längst nicht verbunden. In den kommenden Monaten und Jahren werden die möglichen Standorte nach und nach weiter eingegrenzt, indem weitere Kriterien – etwa die Bevölkerungsdichte – berücksichtigt werden.

Das Endlager soll unterirdisch in Salz, Ton oder Kristallin, also vor allem Granit, entstehen. 2031 soll der Standort gefunden sein, ab 2050 sollen Behälter mit strahlendem Abfall unterirdisch eingelagert werden.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 28.09.2020 berichtet.

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