Ampullen mit dem Covid 19 Impfstoff von AstraZeneca (Foto: picture alliance/dpa/Sputnik | Gustavo Valiente)

AstraZeneca wird im Saarland wieder verimpft

Steffani Balle und Carmen Lütz-Binder/ Onlinefassung: Thomas Braun   22.03.2021 | 17:37 Uhr

Nach der Entscheidung der Bundesregierung, den Impfstoff von AstraZeneca wieder zu empfehlen, wird dieser auch im Saarland seit Montag wieder gegeben. Im nördlichen Saarland ging zudem eine achte Impfpraxis an den Start.

In den Impfzentren und Pilot-Arztpraxen hatte der Impfstoff von AstraZeneca für eine Woche Pause. Geschätzt 1500 unverbrauchte Dosen aus vorangegangenen Lieferungen lagern in den Kühlschränken. Diese sollen ab heute nach den bereits vergebenen Terminen in den drei Impfzentren Ost, Süd und West, vor Ort in den Krankenhäusern beim Personal sowie in den Impfpraxen der niedergelassenen Ärzte verimpft werden.

Bericht aus dem Impfzentrum
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 22.03.2021, Länge: 02:38 Min.]
Bericht aus dem Impfzentrum

Die saarländische Krebsgesellschaft hält den Impfstoff von AstraZeneca nach wie vor auch für Krebspatienten für sicher. Tumorkranke hätten zwar in vielen Fällen – etwa durch die Einnahme von Krebsmedikamenten – grundsätzlich ein erhöhtes Thromboserisiko. Es gebe aber derzeit keine Hinweise darauf, dass nach einer Impfung mit AstraZeneca Thrombosen an den typischen Stellen wie Beinen oder Lunge häufiger auftreten.

Wieder Start der AstraZeneca-Impfung
Audio [SR 3, Lena Schmidtke , 22.03.2021, Länge: 04:04 Min.]
Wieder Start der AstraZeneca-Impfung

Auch Menschen mit bekannter Neigung zu Thrombosen und Embolien wiesen bislang kein erhöhtes Risiko nach einer Impfung mit AstraZeneca auf. Nach aktuellem Wissenstand überwögen die positiven Effekte einer Impfung das Risiko einer Gerinnungskomplikation bei weitem.

Trotzdem sollten Personen sofort einen Arzt aufsuchen, wenn in den Wochen nach der Impfung Nebenwirkungen wie etwa starke Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit, Brust-, Arm- oder Beinschmerzen, Einblutungen in die Haut oder Lähmungen aufträten.

Saarland mit höchster Impfquote bundesweit

Im Impfzentrum Lebach wird hingegen ausschließlich der Impfstoff von Moderna eingesetzt. Zur Unterstützung im nördlichen Saarland ging außerdem eine achte Impfpraxis an den Start, am Standort Wadern.

Nach dem aktuellem RKI-Monitoring liegt das Saarland mit 10,4 Prozent aller Einwohner, die mindestens die erste Corona-Impfung bereits erhalten haben, deutschlandweit auf dem ersten Platz. Bei der Zweitimpfung liegt das Saarland dagegen etwas unter dem Bundesschnitt.

Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) appellierte an alle Saarländer, sich impfen zu lassen, wenn sie an der Reihe sind. Impfungen seien der Schlüssel für vorsichtige Öffnungsschritte. Ab April können in allen saarländischen Hausarztpraxen Impftermine vereinbart werden, versprach die Ministerin in ihrer Erklärung vom Wochenende.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 22.03.2021.

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