Roter Aufänger für das Auto des AStA der Saar-Uni um sich als Mitfahrgelegenheit anzubieten (Foto: AStA UdS/Judith Bühler)

AStA startet Mitfahraktion

Axel Wagner   07.11.2018 | 10:10 Uhr

Um gegen ausgedünnten Busfahrplan der Saarbahn zu demonstrieren und gleichzeitig Abhilfe zu schaffen, startet der AStA der Universität des Saarlandes die Aktion "Isch holl disch mit!" Das Ziel: Studenten sollen Kommilitonen im Auto mit zur Uni nehmen. Die Idee dazu stammt aus den 60er-Jahren.

Damals hatten Studenten und Schüler bundesweit gegen drastische Fahrpreiserhöhungen im öffentlichen Nahverkehr protestiert. Auch in Saarbrücken wollte die Saartal AG die Bustarife erhöhen. Das führte zur Aktion "Roter Punkt": Schüler und Studenten blockierten mehrere Tage lang Busse und organisierten einen alternativen Nahverkehr. FDP-Wirtschaftsminister Reinhard Koch musste die Pläne damals schließlich zurücknehmen. Gut 50 Jahre später regt sich erneut Protest bei der Studentenschaft, wenn auch jetzt primär aus einem anderen Grund.

Alternativer Nahverkehr soll Abhilfe schaffen

Man müsse jetzt in erster Linie dafür sorgen, erklärt der AStA-Vorsitzende Lukas Redemann, dass die Kommilitonen überhaupt und möglichst pünktlich zu ihren Vorlesungen kämen. "Wenn es die Busunternehmen und die Politik nicht schaffen, einen guten ÖPNV anzubieten, müssen wir es eben selbst machen." Die Vorsitzende Judith Bühler ergänzt: "Obwohl wir derzeit 128 Euro für unser Semesterticket bezahlen und man somit von einer entsprechenden Leistung ausgehen sollte, sehen wir uns als Vertretung der Studierendenschaft gezwungen, Alternativen zur katastrophalen Bussituation zu schaffen."

Hintergrund ist die Auseinandersetzung zwischen der Gewerkschaft Verdi und den kommunalen und privaten Busunternehmen. Hier will der AStA durch Mitfahrgelegenheiten bei einem möglichen Streik der Busfahrer für Abhilfe sorgen. Die roten Aufhänger der Aktion können kostenlos beim AStA abgeholt werden, Mitfahrbänke sind in Planung.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 07.11.2018 berichtet.

Artikel mit anderen teilen