Eine 83-jährige Frau hält verschiedene Euromünzen in den Händen (Foto: dpa)

Politik soll Armut nachhaltig bekämpfen

mit Informationen von Sabine Wachs   21.09.2017 | 08:03 Uhr

Wenige Tage vor der Bundestagswahl hat die saarländische Armutskonferenz an die Parteien appelliert, sich mehr um Menschen zu kümmern, die in Armut leben. Die geplanten Bettelverbote in Saarbrücken kritisiert die Konferenz dabei in einem offenen Brief scharf. Nun hat sie einen Aktionsplan mit konkreten Forderungen an alle Parteien aufgestellt.

Der Forderungskatalog der saarländischen Armutskonferenz ist lang: Bessere Sozialleistungen, eine Grundsicherung speziell für Kinder sowie eine stärkere Besteuerung von hohen Einkommen. Im Wahlkampf und auch in ihrer Politik, befassten sich die Parteien fast gar nicht mit den Menschen, die schon in Armut leben, erklärte Manfred Klasen, Geschäftsführer der Armutskonferenz auf SR-Nachfrage.

Bei der Armutsprävention dürften nicht diejenigen hinten runter fallen, die schon an oder unterhalb der Armutsgrenze lebten, so Klasen. Im Saarland waren das im vergangenen Jahr 17,2 Prozent also etwa 172.000 Menschen. Als arm gelten in Deutschland Menschen, die monatlich weniger als 60 Prozent des Durchschnittlohns zum Leben haben.

Britz soll Bettelverbot fallen lassen

Deutliche Worte richtete Wolfgang Edlinger, Geschäftsführer der Saarländischen Armutskonferenz, in einem offenen Brief an die Saarbrücker Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD). Das geplante Bettelverbot in Saarbrücken bezeichnete er als menschenverachtende Kampagne. Er forderte Britz auf, die Pläne für eine bettelfreie Zone fallen zu lassen und stattdessen gemeinsam mit der Armutskonferenz nach konstruktiven Lösungen zu suchen.

Über dieses Thema wurde auch in der SR3-Rundschau vom 21.09.2017 berichtet.

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