Armin König (CDU) (Foto: imago/Becker&Bredel)

König kritisiert Nachtreten gegen Merkel

  30.08.2019 | 10:28 Uhr

Der Illinger Bürgermeister Armin König (CDU) hat Ministerpräsident Tobias Hans für dessen Aussagen über Kanzlerin Merkel kritisiert. "Nicht nachvollziehbar", sagte König und wurde sogar noch deutlicher. Hans hatte eine Sinnentleerung unter dem CDU-Vorsitz Merkels beklagt.

Die harsche Kritik von Tobias Hans an Angela Merkel sei strategisch und inhaltlich unglücklich, sagte König. Zudem spricht der CDU-Politiker von "innerparteilicher Feigheit". "Wenn es eine Sinnentleerung gab, dann haben all die Berufspolitiker in der CDU, die im Bundestag, in den Regierungen und in den Landtagen saßen, mitgemacht, weil sie etwas werden wollten oder ihre Karriere nicht gefährden wollten."

Ministerpräsident Hans hatte die frühere CDU-Chefin Angela Merkel in einem Interview mit dem Magazin "Cicero" scharf kritisiert und beklagt, dass die CDU unter Merkel eine "Sinnentleerung" erlebt habe. Zudem prangerte er die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin an.

"Klares Profil unter Merkel"

Eine Kritik, die König nicht nachvollziehen kann. "Es gab und gibt keine Sinnentleerung der CDU, das ist eine Legende. Die CDU unter Angela Merkel hat ein klares Profil." So habe Merkel die Energiewende eingeleitet und die Anpassung eines längst nicht mehr aktuellen Familien- und Frauenbildes umgesetzt. In der Flüchtlingspolitik habe Merkel zudem das gemacht, was christliche Wertepolitik verlange.

König warnt vor Rechtsruck

Sie habe nur einen Fehler gemacht: "Sie hat sich auf die konservativen Innenpolitiker, die Hardliner in den Ländern, verlassen bei Themen der Grenzsicherung und der inneren Sicherheit. Aber die Seehofers, Maaßens und Co haben ihren Job nicht gemacht. In deren Händen lag die innere Sicherheit. Aber gerade dort gab es gewaltige Defizite", sagte König.

Inzwischen sieht der Illinger Bürgermeister die Gefahr eines Rechtsdrucks innerhalb der CDU. Wenn man liberale Positionen zugunsten eines konservativeren Profils aufgebe, werde man in der Mitte "massenhaft Wählerinnen und Wähler verlieren". "Die Grünen werden danke sagen."

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 30.08.2019 berichtet.

Artikel mit anderen teilen