Argentur für Arbeit (Foto: picture alliance/Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa)

Corona-Krise zeigt sich in Arbeitsmarktstatistik

mit Informationen von Sarah Sassou   30.04.2020 | 09:55 Uhr

Auf dem saarländischen Arbeitsmarkt machen sich die Auswirkungen der Corona-Krise nun deutlich bemerkbar. Nach Angaben der Regionaldirektion der Agentur für Arbeit waren im April rund 38.000 Menschen ohne Job.

Dass es im April im Saarland durch die Corona-Krise mehr Arbeitslose geben würde, war erwartet worden. Aber dass die Arbeitslosenquote innerhalb von vier Wochen um 0,7 Prozentpunkte auf 7,1 Prozent steigt, ist ein trauriger Rekord. Noch vor einem Jahr lag die Quote bei 6,0 Prozent. Innerhalb eines Monats gab es im Saarland einen Anstieg um 3600 Arbeitslose. Von dem Anstieg sind alle Personengruppen betroffen.

Corona-Krise beeinflusst Arbeitsmarkt deutlich
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 30.04.2020, Länge: 01:45 Min.]
Corona-Krise beeinflusst Arbeitsmarkt deutlich

Keine Frühjahrsbelebung

Corona-Krise zeigt sich in Arbeitsmarktstatistik
Audio [SR 3, Sarah Sassou, 30.04.2020, Länge: 03:07 Min.]
Corona-Krise zeigt sich in Arbeitsmarktstatistik

Die Leiterin der Regionaldirektion Heidrun Schulz sagte, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise hätten den saarländischen Arbeitsmarkt vollständig verändert. Unternehmen meldeten deutlich weniger freie Arbeitsstellen, also gebe es nicht wie sonst eine Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt.

IHK-Hauptgeschäftsführer Heino Klingen sieht ebenfalls weiterhin schwierige Zeiten auf den Arbeitsmarkt zukommen. Auch nach weiteren Lockerungen würden viele Betriebe auf die nach wie vor schwierige Lage mit Personalanpassungen reagieren. Die IHK gehe deshalb von einem Anstieg der Arbeitslosigkeit auf bis zu neun Prozent und einem Rückgang der Beschäftigung um bis zu 7500 Arbeitsplätze im laufenden Jahr aus.

10.000 Betriebe melden Kurzarbeit an

Auch die Kurzarbeit ist gestiegen. Den Angaben der Regionaldirektion zufolge haben etwa 10.000 Betriebe bei den Arbeitsagenturen im Saarland Kurzarbeit angemeldet. Meist handle es sich um Gaststätten, Arzt- und Therapiepraxen sowie Friseur- und Kosmetiksalons. Allerdings müssten die Anträge zum Teil noch genehmigt werden, deswegen könne man noch nicht sagen, wie viele Menschen im Saarland tatsächlich Kurzarbeitergeld beziehen.

Auch der Ausbildungsmarkt könnte sich vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie verschlechtern. Schulz geht davon aus, dass einige Lehrstellen nicht wie geplant besetzt werden.

Bundesweit 308.000 Arbeitslose mehr

Deutschlandweit ist im April die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum März um 308.000 auf 2,644 Millionen Menschen gestiegen. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,7 Punkte auf 5,8 Prozent, teilte die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg mit.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 30.04.2020 berichtet.

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