Geldbörse eines Mannes und einer Frau (Foto: picture alliance/Bildagentur-online)

Saarländer fallen beim Einkommen weiter zurück

  09.12.2019 | 15:02 Uhr

Beschäftigte im Saarland verdienen im Schnitt 500 Euro weniger als in anderen westdeutschen Bundesländern. Zu diesem Ergebnis kommt die Arbeitskammer anlässlich der Vorstellung der „AK-Fakten Einkommen 2019“. Das Saarland drohe bei den Einkommen abgehängt zu werden, warnt Hauptgeschäftsführer Thomas Otto.

Dass das Saarland bei den Verdiensten hinterherhinkt ist nicht neu. Schon in den vergangenen Jahren bekamen saarländische Arbeitnehmer weniger als ihre Kollegen in Westdeutschland für ihre Arbeit. Besorgniserregend ist nach Ansicht der Arbeitskammer nun vor allem, dass die Schere immer weiter auseinandergeht. „Die Beschäftigten an der Saar verdienen im Schnitt 11,5 Prozent oder 500 Euro weniger als Beschäftigte in Westdeutschland“, sagte Arbeitskammer-Hauptgeschäftsführer Thomas Otto. Im Vorjahreszeitraum lag der Wert noch bei 10,3 Prozent, 2015 bei acht Prozent.

Kfz-Industrie abgehängt

Mit Blick auf die einzelnen Wirtschaftsbereiche hinkt vor allem die Kfz-Industrie im Ländervergleich hinterher. Hier lag der durchschnittliche Bruttoverdienst knapp 20 Prozent unter dem der übrigen westdeutschen Länder. Auch in der Metall- und Elektroindustrie ist der Abstand mit 11,2 Prozent deutlich. In diesen Branchen wirkte sich die wirtschaftliche Entwicklung im ersten Halbjahr 2019 besonders negativ auf die durchschnittliche Lohnentwicklung aus. Doch auch im Dienstleistungsbereich sieht es schlecht aus. So verdienen saarländische Beschäftigte im Handel knapp 17 Prozent weniger, im Gastgewerbe sind es 14 Prozent.

Akademiker verdienen im Saarland schlecht

Mit Sorge blickt die Arbeitskammer zudem auf die Bruttoverdienste von Akademikern im Saarland. Die liegen den Angaben zufolge 6,8 Prozent unter dem westdeutschen Durchschnitt, was den drittletzten Platz der westdeutschen Bundesländer bedeutet. „Angesichts steigender Qualifkationsbedarfe gefährden die Unternehmen im Land damit nicht zuletzt ihre Chancen bei der Gewinnung von hochqualifizierten Fachkräften“, warnt Otto.

Jeder Fünfte im Niedriglohnbereich

Insgesamt war 2018 rund jeder fünfte Vollzeitbeschäftigte im Saarland (19,8 Prozent) im Niedriglohnbereich beschäftigt. „Das heißt, er oder sie verdient trotz Vollzeitstelle weniger als 2289 Euro brutto im Monat“, betonte Otto. Von den westdeutschen Bundesländern weisen nur Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz eine noch höhere Niedriglohnquote auf.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 09.12.2019 berichtet.

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