Busfahrer in Saarbrücken (Foto: SR)

Arbeitsgruppe soll Busfahrer-Mangel angehen

  16.10.2018 | 16:23 Uhr

Den saarländischen Verkehrsbetrieben fehlen Busfahrer. Die Saarbahn musste wegen des Personalmangels bereits ihre Fahrpläne ausdünnen. Jetzt hat das Verkehrsministerium eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die das Problem lösen soll.

„Der Arbeitsmarkt gibt keine Busfahrer mehr her“, sagte Verkehrsministerin Anke Rehlinger (SPD). „Der Busfahrer-Mangel wird nicht behoben, wenn sich die Verkehrsunternehmen ihre Fachkräfte wechselseitig abwerben.“ Genau das ist zwischen Saarbahn und ihren Subunternehmen nämlich passiert.

Kommunen sollen Ausbildungsquote bei Busunternehmen verlangen

Aus diesem Grund müssen neue Zielgruppen für das Berufsbild angesprochen und zusätzliche Busfahrer ausgebildet werden, so das Verkehrsministerium. Wer das sein könnte? Die Verkehrsunternehmen sähen bei älteren Arbeitnehmern große Potenziale sowie bei geflüchteten Menschen. Diese könnten mit geeigneten Qualifizierungsmaßnahmen und Sprachkursen für den Nahverkehr ausgebildet werden.

Das Ministerium sieht auch die kommunalen Aufgabenträger in der Verantwortung. Diese könnten in ihren Ausschreibungen eine Ausbildungsquote vorschreiben und bei einem Betreiberwechsel für Arbeitsplatzsicherheit sorgen, indem ein neuer Betreiber zur Übernahme des Personals verpflichtet wird.

Nur zwei Drittel nutzen Busführerschein

Laut Verkehrsministerium besitzen im Saarland 3000 Menschen einen Busführerschein, aber nur 2000 von ihnen sind auch als Busfahrer tätig. Den Grund dafür sehen die Verkehrsunternehmen vor allem in den Arbeitsbedingungen und in unsicheren Zukunftsaussichten.

Die neugegründete Arbeitsgruppe soll nun Maßnahmen erarbeiten, die für mehr Busfahrerausbildungen sorgen und den Job allgemein attraktiver machen. Aktuell besteht sie aus jeweils einem Vertreter für die kommunalen und einem für die privaten Verkehrsbetriebe sowie Mitarbeitern des Ministeriums aus dem Bereich der Arbeitsmarktförderung.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 16.10.2018 berichtet.

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