Symbolbild: Verdi ruft zu Streik auf (Foto: dpa/Martin Schutt)

Kommunale Arbeitgeber sehen Warnstreiks kritisch

Karin Mayer   21.09.2020 | 20:31 Uhr

Der Kommunale Arbeitgeberverband hält Warnstreiks im öffentlichen Dienst zum aktuellen Zeitpunkt für unangebracht. Darunter würden vor allem die Bürger leiden.

Der Corona-Lockdown habe den Bürgerinnen und Bürgern viel abverlangt, sagte die Vorsitzende des KAV Anne Yliniva-Hoffmann dem SR. Viele Dienste seien in dieser Zeit nicht angeboten worden. Ein Arbeitskampf im öffentlichen Dienst gehe deshalb zulasten anderer.

Sie finde es harsch, den Menschen nun wieder solche Einschränkungen zuzumuten. In der Tarifrunde gebe es keine Verweigerung der Arbeitgeber. Es gehe vielmehr um Beratungsbedarf. Die Arbeitgeber möchten die Attraktivität des öffentlichen Dienstes durch übertarifliche Leistungen wie Dienst-E-Bike oder Kita-Zuschuss steigern. Das sei derzeit nicht möglich. 

Kurzarbeitergeld aufgestockt

Der öffentliche Dienst sei sehr gut durch die Corona-Krise gekommen. Zwar habe die Verwaltung viel leisten müssen, die Beschäftigten hätten aber sehr sichere Arbeitsplätze. Kurzarbeitergeld wurde nach Angaben des KAV auf über 90 Prozent aufgestockt.  

Die Gewerkschaft Verdi kündigt nach der zweiten Verhandlungsrunde Warnstreiks im öffentlichen Dienst an. Im Saarland soll es allerdings nach Gewerkschaftsangaben diese Woche noch keine Streiks geben.

Streikplanung für Rheinland-Pfalz und Saarland
Verdi plant Warnstreiks im öffentlichen Dienst

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 21.09.2020 berichtet.

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